Man lernt nie aus, wirklich nicht.

Eine Bezeichnung der Bundeskanzlerin, besonders vom karrieregeilen Nachwuchs, war „Angie“. Sie wissen, dieses Lied ist von den Rolling Stone („Wann werden diese dunklen Wolken verschwinden … Ohne Liebe in unseren Seelen / Und kein Geld in unseren Mänteln … Angie, Angie, wir können nicht sagen, daß wir es nie versucht haben“). Zwerg Unwissend bezweifelt, daß der CDU-Nachwuchs wußte, was er da tat, wenn er dieses Lied wie den „Badenweiler“ beim Einzug von „Mutti“ spielen ließ. Damit sind wir beim zweiten „Spitznamen“ der Kanzlerin: „Mutti“, was sich vielleicht auf die schwäbische Hausfrau zurückführen läßt. Dabei haben die Nutzer dieser Bezeichnung, mit leicht vorgetäuschtem ironischem Unterton, wohl vergessen, daß es ein Vorbild für diesen „Titel“ gibt: Tansu Çiller, von 1993 bis 1996 Premierministerin in der Türkei, nannte sich auch „Mutti“; da dies bei den Türken nicht soo gut ankam, ließ sie sich „Meral Abla“ (Große Schwester) nennen, aber das reichte auch nicht, um Mehrheiten zu gewinnen. Da ist Frau Merkel anders gestrickt, um zu der Hausfrau aus Schwaben zurückzukehren. Man möge auch nie vergessen, daß hochrangige Insider früher einmal einen Vergleich mit der „Schwarzen Witwe“ machten – Sie wissen ja, was das bedeutet. Zwerg Unwissend stimmt Christian Lindner zu: die Dämmerung als „Mutti“ wird maximal zwei Jahre dauern, dann ist sie nur noch die „alde Dande“ wie wir in Schwaben sagen. Doch muß man dabei berücksichtigen: Christian Lindner ist die Julia Klöckner der FDP – erzählen dauernd „dumm tüüg“ und „Tüdelkraam“. Die frühere Weinkönigin hat nämlich gesagt: „Jeder sollte … wissen, daß es nicht 100-Prozent-Forderungen gibt.“  Noch einmal: „100-Prozent-Forderungen“, nicht „100-Prozent-Ergebnisse“. Daraufhin haben die CDU, die FDP und die Grünen ihre Forderungen auf 83,4 Prozent, die CSU auf 87,38 Prozent abgesenkt. So ist’s, wenn der Rotzwein von der Nahe regiert.

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Nach dem Wahlkampf ist vor der Lüge.

Im niedersächsischen Wahlkampf und schon davor haben FDP und CDU unisono und immer wieder (so daß sogar Pu dem Bären schlecht wurde und der kann Einiges ver- und ertragen) gefordert, daß im Aufsichtsrat von VW keine Politiker sitzen sollten, sondern externe Fachleute. Weil doch weder der sozialdemokratische Ministerpräsident noch der Wirtschaftsminister aus der selben Partei Ahnung hätten, wie ein Industrieunternehmen funktioniert und insbesondere VW, an dem das Land Niedersachsen einen Anteil von 20 Prozent hält. Nun sind wir nach der Wahl angekommen. Und was sieht und fühlt Zwerg Unwissend? Alles wie gehabt: Der Spitzenkandidat der CDU, der nun als Wirtschaftsminister  einen Dienstwagen fährt, wird bräsig im Aufsichtsrat von VW sitzen. Nun ist ja bekannt, daß Bernd Althusmann besondere Sachkenntnis nachweisen kann, war er doch einige Jahre in Namibia – nicht als Unternehmer oder so, sondern als Leiter der Konrad-Adenauer-Stiftung in unserer ehemaligen Kolonie. Da hat er die wirtschaftliche Expertise erworben für sein Aufsichtsratsmandat, nicht wahr? Denn als Offizier und Pädagoge (nicht Gentleman) und als Diplom-Betriebswirt FH (mit der Note „rite“) kann er sein Spezial-Wissen einbringen. Da wundert sich der Zwerg Unwissend nicht mehr, warum gemeine Bürger die AfD wählen. Pu der Bär nuschelt vor sich hin: „Verlogenes Pack“. Recht hat er. Laut sagen soll er es.

Herrn Schröder ist etwas aufgefallen.

Herr Schröder, früher für Politik zuständig und jetzt für Gas und Röhren, meint, das mit Koalition und Jamaica wird nichts. Zwerg Unwissend hat daraufhin sein Gewissen und seinen Glauben erforscht und ist zur selben Schlußfolgerung gekommen. An sich kann man bei Ladbroke darauf wetten: Unter den vier Parteien ist eine, deren Vertreter nur so tun, als möchten sie einen staatlichen Dienstwagen. Wir haben in Baden-Württemberg gesehen, daß die FDP sich verweigerte, was zu einer (baden-württembergischen) Großen Koalition führte. Wir sehen in Niedersachsen, daß die Verweigerung der FDP zu einer großen Koalition führt. In beiden Fällen wird als Argument genannt, die Grünen-Politiker seien unerträglich. Das ist doch wirklich dummerhaft; da hätte man die Möglichkeit, Politik mitzuentscheiden, und dann sagen die – diese Suppe esse ich nicht. Na gut, dann sollen sie eben hungrig vom Tisch aufstehen. Das Ergebnis bedeutet: warum sollen Zwerg Unwissend und Pu der Bär und ich eine Partei wählen, die, wenn’s ernst wird, kneift, obwohl sie doch Maßanzüge tragen (zugegeben: Zwerg Unwissend hat sie nicht gewählt und wird es auch in Zukunft nimmer tun). Jetzt wieder zum Altkanzler: Da die Jamaica-Koalition ja nur mit den Grünen funktioniert, müßte Lindner über seinen Schatten hopsen. Das wird er nicht tun, und damit ist das Vierer-Bündnis geplatzt – abgesehen von all den anderen Querelen und inhaltlich tiefgehenden Unterschieden, die bei der Bildung einer solchen Koalition aus dem Weg zu räumen sind. Zwerg Unwissend schlußfolgert also: erstens wird es im Frühjahr Neuwahlen geben, zweitens ohne Merkel, drittens mit noch mehr Abgeordneten, was uns in die Nähe des chinesischen Volkskongresses bringt.  Aber, wenn’s der Sache nutzt, na auch gut. Viertens wird die AfD wieder im Bundestag vertreten sein, nicht aber die FDP, weil die die Neuwahlen verursacht haben. PS. Zwerg Unwissend wird für diese Prognose nicht allzu viele Euros einsetzen.

Wir machen das jetzt ganz richtig.

Also, allenthalben wird kritisiert, daß Pippi Langstrumpfs Vater von Astrid Lindgren als „Negerkönig“ bezeichnet wurde. Das sei diskriminierend – nicht „König“, sondern „Neger“. Das ist wirklich Quatsch Hoch 3. Denn Kapitän Efraim Langstrumpf ist König auf  Taka-Tuka-Land, das bekanntlich in der Südsee liegt. Und da, das weiß doch jeder Gutmensch, leben keine „Neger“, sondern Polynesier und andere „Wasseresser“. Nix mit Neger; der Oetinger Verlag ist vermutlich verhext und hat da wohl eine Art vorauseilenden Gehorsam praktiziert. Na gut schön – ich habe eine alte Fassung von Pippi Langstrumpf (Pippilotta Viktualia Rullgardina Krusmynta Efraimsdotter Långstrump) und werde diese an Urenkel von Zwerg Unwissend weitergeben (falls die lesen lernen und nicht nach Hörensagen schreiben). Wenn man, Zwerg Unwissend will die negative Konnotation von „Neger“ nicht bestreiten, konsequent sein will, dann, ja dann muß man auch Karl May ändern. Dann ist Winnetou (Brennendes Wasser) kein „Indianer“, auch kein „edler Wilder“ oder „roter Mann“ und auch kein „Roter Gentleman“, sondern gehört zu den „Native Americans“ wie auch die leider früh verstorbene Nscho-tschi (Schöner Tag). Da sollte sich einmal der Karl May Verlag in Radebeul/Bamberg an die Überarbeitung der Winnetou-Bände machen. Und zwar – wie wir Dakota – sagen: „ho iyaya yo“, pronto. Im übrigen ist auch zu hinterfragen, ob ein Vorbestrafter (sechs Kerzen und eine Uhr und noch mehr) überhaupt und insbesondere als Schriftsteller ein Vorbild sein kann.

Artikel 72 Grundgesetz.

Diverse Politiker, insbesondere, wenn sie dem Beitrittsgebiet durch Geburt (Ius sanguinis) oder sonstwie (Ius soli) verbunden sind, erinnern gern daran, daß Artikel 72 Grundgesetz die „Einheitlichkeit der Lebens­verhältnisse über das Gebiet eines Landes“ verlangt; dem Bund wird auferlegt, diese Einheitlichkeit zu schaffen. Weil der Bund dieser Aufgabe noch nicht oder nur unbefriedigend nachkommt (trotz der ostzonalen Kanzlerin), müsse der Solidaritätszuschlag weiter erhoben werden. Das ist wie mit der Schaumweinsteuer für die Finanzierung der kaiserlichen Flotte. Nun wissen wir, daß die Flotte unterging, diese Schaumwein- bzw. Weinschaumsteuer aber weiterhin eingezogen wurde, bis es Herrn von Ribbentrop (wegen seiner Verbindung zu einer trocknen Sektproduktion und der Firma, bei der „der Tag geht und Johnny Walker kommt“) gelang, den Führer von der Abschaffung dieser Steuer zu überzeugen. Eine der ersten Entscheidungen der alliierten Sieger war, diese Steuer wieder einzuführen – Herr von Ribbentrop war ja nun nicht mehr da. So ist das mit dem (verniedlichend genannt) Soli. Die Mütter und Väter des Grundgesetzes hatten bei ihren Überlegungen sicherlich bedacht, daß diese Bestimmung nicht zu den unveränderlichen Grundrechten gehören müsse (auch deshalb nicht unter den ersten 20 Artikeln), und zweitens – es war ja noch die Aufbauphase („bau auf, bau auf … Für eine bess´re Zukunft richten wir die Heimat auf!“) der Republik –: in den benachteiligten Gebieten müßten die Menschen natürlich auch selber mit anpacken (haben die damals sehr rückständigen Bayern ja auch gemacht!), nicht auf Hartz IV (damals gab es nicht einmal mehr Sozialfürsorge) warten und nicht in den Westen flüchten. Weil aber in den „Neuen“ Bundesländern (wann sind die eigentlich nicht mehr „neu“?) diese Grundbedingungen nicht erfüllt werden, wird es halt noch etwa 34 Jahre dauern, bis sie auf dem westdeutschen Stand sein werden. Dies aber nicht, weil sie aufgeholt haben, sondern weil der westliche Teil unserer Republik durch die zonale Dunkelheit herabgedrückt wird. Jetzt soll in der Jamaica-Koalition ein eigener Minister für die Aufbauarbeit her – vermutlich so ein Typ wie Dirk Niebel. Uns bleibt auch fast nichts erspart.

Übergriffig.

Da wird einem heute 70jährigen US-Senator (von der Republikanischen Partei) vorgeworfen, daß er im Jahr 1979 eine damals Minderjährige begrabscht haben soll. Bemerkenswert sind zwei Dinge: erstens grabschte er, bevor Trump seinen berühmten Pussy-Spruch absonderte und zweitens wurde er für den ihm vorgeworfenen Übergriff von einem Parteifreund Jim Zeigler mit Verweis auf die Bibel verteidigt: „First, Roy Moore denies the report“ (das ist immer richtig!). „Secondly, it happened 37 years ago.“ (Oh, würde Roman Polanski sagen, warum werde ich immer noch verfolgt?) „Drittens in jedem der angeblichen Vorfälle, sagt die Washington Post, daß es keinen Geschlechtsverkehr gab und er nicht sexuellen Verkehr versuchte“ (das hängt mit der amerikanischen Definition von Geschlechtsverkehr zusammen – siehe Clinton). Zeigler verteidigte Moore auch mit biblischen Beispielen: „Take the Bible. Zachariah and Elizabeth for instance. Zachariah was extremely old to marry Elizabeth and they became the parents of John the Baptist. Also take Joseph and Mary. Mary was a teenager and Joseph was an adult carpenter. They became parents of Jesus.“ Im übrigen sei Moore damals erst 32 Jahre alt gewesen, und das Mädchen war immerhin schon 14. „Es ist nichts unmoralisches oder illegales hier, es ist eben nur ein wenig ungewöhnlich.“ Zeigler ist Anwalt und derzeit oberster Rechnungsprüfer des Staates Alabama. Er war lange Jahre Vorsitzender der „League of Christian Voters“ (was sonst noch mit ihm los ist, kann man bei wikipedia nachlesen). Als ein solcher hätte Zwerg Unwissend von ihm erwartet, daß Zeigler lieber das Maul gehalten hätte, denn diese seine Aussage bedeutet, daß die Geschichte mit der Vaterschaft von Josef in einem ganz neuen Licht erscheint – unbefleckt und Heiliger Geist und so. Ach, Maria war schwanger, als sie 16 Jahre war – nicht 14! Ach, und noch ein Hinweis für den Anwalt: In Alabama wird ein Jugendlicher mit 19 Jahren mündig und „statutory rape“, also sexuelle Handlungen mit Minderjährigen, ist auch in Alabama eine schwerwiegende strafbare Handlung, wenn der Minderjährige unter 16 Jahre alt ist. Im Senat sitzt also mindestens ein Verbrecher. Zeigler hat aus Rücksicht auf die Frau nicht erwähnt, daß damals die 14jährige Leigh den 32jährigen verführt hat – nur so wird aus der Geschichte ein passender Schuh draus.

Familiennachzug. Asylrecht.

Ein Studium der Physik reicht auch nicht immer aus, geschichtliche Dimensionen richtig einzuordnen: „Ich muß ganz ehrlich sagen, wenn wir jetzt anfangen, uns noch zu entschuldigen zu müssen dafür, daß wir in Notsituationen ein freundliches Gesicht zeigen, dann ist das nicht mein Land.“ Dazu paßt: „Nach dem Aufstand des 17. Juni / Ließ der Sekretär des Schriftstellerverbands / In der Stalinallee Flugblätter verteilen / Auf denen zu lesen war, daß das Volk / Das Vertrauen der Regierung verscherzt habe / Und es nur durch verdoppelte Arbeit / Zurückerobern könne. Wäre es da / Nicht doch einfacher,  hat er kein Glück gehabt, dann kam noch Pech hinzu. Das ist die Regierung / Löste das Volk auf und / Wählte ein anderes?“ Das erste Zitat stammt von der Bundeskanzlerin (es gibt nur eine) im September 2015 nach der Öffnung der Grenzen zu Österreich, das zweite ist die Kritik Bertolt Brechts an dem Sekretär des DDR-Schrift­steller­verbands Kurt Barthel und seiner Vorsitzenden Anna Seghers. Zwerg Unwissend ist übrigens aufgefallen, daß bereits Eingewanderte sich besonders deutlich gegen die Einwanderer aussprechen: Rußland- und Sowjetdeutsche und Leute, deren Vorfahren aus der Gegend von Metz stammen. Zwerg Unwissend gesteht: er weiß nicht, was er täte, wenn er entscheiden müßte. Es kann nicht richtig sein, daß in Anbetracht aller Umstände (die Zwerg Unwissend hier nicht definieren will) der (prinzipiell) unbegrenzte Familiennachzug „Staatsraison“ wird – nur weil sich sonst die Kanzlerin ein neues Volk besorgt. Ein Schritt weiter: heißt Asylgewährung in jedem Fall und immer auch die Asylgewährung für die gesamte Familie? Zwerg Unwissend weiß, hier segelt er ganz hart am rechten Bord. Das kann aber kein Grund für stille im Gespräch vertieft zu sein. In der Erinnerung an juristische Kenntnisse glaubt Zwerg Unwissend, daß er gelernt hat: Asylrecht ist ein höchstpersönliches Recht und nicht ein Recht, das „automatisch“ die vielköpfige Familie einschließt. So, wie das heute unter der „Wir-schaffen-das-Kanzlerin“ praktiziert wird, kann es das absolute Recht auf Asyl zerstören. da hilft dann auch kein freundliches Gesicht mehr, wirklich nicht.

Zwerg Unwissend will die Umwelt schützen.

Zwerg Unwissend denkt immer wieder einmal darüber nach, ob er sich Solarzellen aufs Dach nageln lassen soll. Dann liest er, was so etwas kostet, – und vertagt das Thema auf einen späteren Zeitpunkt. Da unterscheidet er sich vermutlich nicht von vielen anderen „Gutmenschen“. Ja, man will was tun, ja, es ist auch erforderlich, ja, man hat ja auch Verantwortung für die Enkelkinder, ja, aber. Das „Aber“ bezieht sich auf die Kosten-Nutzen-Relation. Mehr als 25 Jahre wird es dauern, bis man als einzelner Bürger eine Rendite durch die Sonnenstrahlen „einfängt“. Das ist – nicht nur wegen des hohen Alters von Zwerg Unwissend – eine unüberschaubare Perspektive. Es ist doch allgemein bekannt, daß die meisten Leute – abgesehen vom Urlaub – nicht lange vorausplanen wollen oder können. Ein Beispiel? Es wird gesagt, daß individuelle Altersarmut nur vermieden werden kann, wenn der einzelne Bürger entsprechende Vorsorge trifft und Rücklagen bildet. Einmal abgesehen von Sinn oder Nichtsinn: Stichwort Riester-Rente. So. Und dann soll er  mehr als 25 Jahre für so ein blödes Dach mit Solarzellen kalkulieren? Investitionen in Solarzellen auf Oma ihr klein Häuschen funktioniert auf breiter Front nur, wenn die „Rendite“ in absehbarer Zeit fließt – sagen wir 10 Jahre. Deshalb muß ein deutlich höherer Anreiz gegeben sein – in cash, nicht in Steuerminderung (wovon der Normalverdiener nicht so viel hat). Da macht es doch mehr Sinn, den Soli beizubehalten und in einen Sola © umzulenken. Die Zone (ich verwende den Ausdruck immer noch gern) wird nicht und nie und nimmer flächendeckend auf baden-württembergisches oder bajuwarisches Niveau kommen.

Herr F. will Präsident werden.

Dummerweise hat Herr F. gerade ein staatsanwaltschaftliches Verfahren „an der Backe“ (wie man so sagt). Weil er als ehemaliger Finanzminister in einem Freistaat mehrere Jahre seine Steuererklärung nicht abgab, was dummerweise, unglücklicherweise, auffiel (er hatte wohl seine Finanzverwaltung nicht im Griff, die hätte doch wissen müssen, daß einem Großkopfeten kein Verfahren angehängt wird, also ich bitt‘ doch sehr). Erst hat Herr F. kein Glück und dann kam noch Pech hinzu. Warum denn das? Na ja, sein Versäumnis und die staatsanwaltlichen Ermittlungen wurden just dann bekannt, als er Präsident eines mächtigen Lobby-Vereins werden wollte und sollte. Herr F. – wie gesagt: ein ehemaliger Finanzminister in einem Freistaat – sagt: „Mir ist vorzuwerfen, daß ich meiner Pflicht zur rechtzeitigen Abgabe der jeweiligen Erklärungen nicht nachgekommen bin.“ Aber das sei nicht vorsätzlich geschehen. Also: fahrlässig, vergeßlich, schlampert. Da fragt nun Zwerg Unwissend seinen Kumpel Pu den Bären: Was ist schlimmer: Vorsatz oder Vergeßlichkeit?  Bei Vorsatz, antwortet Pu, seien ja immerhin die Synapsen im Gehirn in Ordnung, bei Vergeßlichkeit dagegen ist er für das Amt eines Präsidenten völlig ungeeignet; Betrug oder Unterschlagung oder andere Straftaten seien nicht so schlimm bei einem mit 700.000 Euro Gehalt versehenen Präsidentenamt. Da kann Zwerg Unwissend nur beifällig mit dem Kopf nicken, denn bei ihm funktionieren die Synapsen (zuweilen noch). Er will ja auch nicht Präsident werden. Auf einen kleinen Seitenhieb will der Zwerg nicht verzichten: in der Zeitung mit dem klugen Kopf heißt es in einem Kommentar: „Die Sparkassen sollten bis zur Klärung der Vorwürfe die Wiederwahl Fahrenschons verschieben.“ Was bedeutet: Wenn Fahrenschon verurteilt wird wegen Steuerhinterziehung oder warum auch immer, dann sind die Vorwürfe geklärt, dann kann er gewählt werden. Oder nicht, oder doch, oder wohl?

Lügenbold. Lügenbold.

Bekanntlich hatten ja die Abgeordneten des 18.Bundestags relativ kurz vor der Wahl des 19. Bundestags (24. September 2017) die Geschäftsordnung für die konstituierende Sitzung geändert. Bis dahin war es Brauch, daß der jeweils an Lebensjahren älteste Abgeordnete diese Konstituierungssitzung eröffnet. Erwartungsgemäß war der älteste Abgeordnete (Wilhelm von Gottberg) ein  besonders umstrittenes Mitglied der AfD. Die anderen Parteien wollten nicht, daß dieser seine merkwürdigen Äußerungen absondert. In der Diskussion bei der Konstituierenden Sitzung des Bundestags behauptete nun der Parlamentarische Geschäftsführer der AfD, Bernd Baumann, seit der ersten Sitzung deutscher Parlamente (1848 in der Frankfurter Paulskirche) hätte immer der älteste Abgeordnete die Konstituierende Sitzung eines deutschen Parlaments eröffnet – mit (so Baumann) einer Ausnahme: 1933 hätte Göring von der NSdAP verhindert, daß die KPD-Abgeordnete Clara Zetkin als älteste Abgeordnete den Reichstag eröffne. Das ist eine Lüge von Baumann: Denn unmittelbar nach der Reichstagswahl und vor der ersten Sitzung des Reichstags wurden alle Mandate der KPD annulliert. Kein KPD-Abgeordneter war im Reichstag vertreten – also auch nicht Clara Zetkin, die Göring angeblich verhinderte. Göring hat also nicht die Geschäftsordnung geändert. Mußte er gar nicht. Zwerg Unwissend glaubt, daß die AfD, wenn sie denn die Mehrheit hätte, auch nicht die Geschäftsordnung ändern müßte: Vor einigen Jahren warb diese Schande für Deutschland auf Wahlplakaten mit „Müssen weg“ – womit sie die anderen Parteien meinte. So wird Politik gemacht. Baumann ist auf dem Niveau des US-Präsidenten.  Bemerkenswert findet Zwerg Unwissend, daß kein Abgeordneter diese Lüge bemerkte oder kritisierte.