Oh weh, oh wei, oh Huawei

Manchmal kann der Zwerg gar nicht so krumm denken, wie Mitglieder seiner Familie  auf manche Nachrichten reagieren. Sagt doch die sonst so schweigsame Enkelin: „Da ist aber echt krass!“ Der Zwerg „??“. „Meng Wangzhou wurde verhaftet.“ „Ach so“ sagt der Zwerg, „Das ist doch alles in Ordnung. Die Kanadier haben aufgrund eines US-amerikanischen Haftbefehls die Finanzchefin Meng des chinesischen Huawei-Konzerns inhaftiert, weil eine Tochtergesellschaft des Konzerns mit dem Iran Geschäfte gemacht hat, die die US-Regierung verbietet. Die Verhaftung erfolgt also völlig berechtigt, denn wo kommen wir da hin, wenn jeder gegen Vorschriften der amerikanischen Regierung verstößt. Der Rest der Welt hat zu kuschen, wenn Trump trampelt.“ Die Enkelin: „Kann ich nächstes Jahr eine Reise nach Amerika machen, obwohl ich ein Huawei-Smartphone nutze? Icvh habe große Angst. Und du, lieber Zwerg, mußt auch aufpassen, denn du heizt unsere Wohnung mit russischem Gas.“ Der Zwerg zuckt etwas und beschließt dann, die Enkelin bis auf weiteres nur noch Kinderbücher oder Pferdezeitschriften lesen zu lassen und auf keinem Fall mehr eine seriöse Tageszeitung. „Ja, ich weiß. Russisches Gas, was durch die Ukraine geleitet wird, ist gutes Gas. Russisches Gas, das an den ukrainischen Oligarchen vorbeigeführt wird, ist schlechtes Gas. Aber, liebe Enkelin; du kannst ganz beruhigt sein, Frau Merkel hat ja den Oligarchen zugesagt, daß der deutsche Steuerzahler eventuelle Verluste ausgleichen wird. Und abzwacken können die auch weiterhin Gas von Gazprom – da steckt der Schröder ja hinter. In einem Punkt hast du aber recht: die USA-Regierung bestimmt, was in der Welt passiert. Da kann der Dieter Zetsche noch so rumeiern. Iran ist auch für den mit dem Künstlernamen ein großes Tabu.“

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Erste Runde geht an den Zwerg

Zwerg Unwissend hatte am 27. November dieses Jahres prophezeit, daß § 219a StGB, der Werbung für einen Schwangerschaftsabbruch verboten ist, nicht gestrichen wird. Am 12. Dezember 2018 gab es dieserhalb ein Gespräch, dessen Ergebnis von Katarina Barley (SPD), Franziska Giffey (SPD), Horst Seehofer (CSU) und Helge Braun (CDU und Kanzleramtsminister) vorgestellt wurde. Braun teilte mit, daß § 219a StGB  nicht gestrichen wird. Es soll aber im Januar 2019 das Thema weiter behandelt werden, mit dem Ziel eines Gesetzentwurfs, in dem die Bundesärztekammer und die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung Kontaktinformationen zu Schwangerschaftsabbrüchen zur Verfügung stellen sollen. Der Zwerg hat sofort im örtlichen Telefonbuch nachgesehen, um eine Telefonnummer der Bundesärztekammer zwecks eines Anrufs zu finden. Der Zwerg ist sich sicher, daß es ab Januar 2019 verboten sein wird, auf die beiden möglichen Ansprechstellen hinzuweisen (ob die überhaupt Auskunft geben wollen und können – Stichwort: Werbeverbot für Ärzte allgemein – ist völlig unklar). Wobei auch noch völlig ungeklärt ist, wie das ablaufen soll: vermutlich wird Frau Nahles im Einvernehmen mit Frau KK darauf bestehen, daß es eines notariell beglaubigten Antrags der Schwangeren bedarf, in dem um die Adresse eines Arztes gebeten wird, der einen Schwangerschaftsabbruch vornehmen würde; dummerweise kommt die Antwort erst fünf Monate nach der Anfrage.

Mit Kopftuch, ohne zerrissene Arbeitshose

Kürzlich (also im Sommer, wir sind ja nicht bei Franz Schubert) fuhr der Zwerg mit seiner Familie nach Helgoland. Das Schiff schaukelte ganz erheblich. Pu der Bär fragte den Zwerg, warum er kein Eis bekäme. Der Zwerg: „Später. Wenn wir auf Sansibar sind. Hier fällt dir die Kugel aus der Eistüte und dann mußt du aufwischen. Und das wollen wir doch nicht, nicht wahr?“ Dann lief am Tisch von Pu dem Bären, der Enkelin, der älteren Dame (über 75 Jahre alt mit einigen grauen Haarsträhnen) und dem Zwerg Unwissend eine Dame mit einem Kopftuch vorbei, an der Hand ein kleines Mädchen (ist vorgeschrieben!), das ein Eis schleckte. Pu blickte vorwurfsvoll den Zwerg an, der sich – wie man so sagt – wegduckte. Vom Nachbartisch hörte der Zwerg, ohne richtig hinzuhören (gehört sich ja eigentlich nicht), wie eine etwa 50jährige Frau zu ihrer Banknachbarin sagt: „Das müßte verboten werden, daß hier diese Leute mit einem Kopftuch rumlaufen wie die bayerischen Bäuerinnen auf dem Wochenmarkt oder in der Türkei.“ Der Zwerg, nicht immer ruhigen Gemüts und kaltem Blut, überlegte, ob er dieser Frau einen Euro geben solle, da sie im Gegensatz zu der Dame mit dem Kopftuch etwas ungepflegt aussah mit ihren aus den China stammenden zerrissenen Arbeitshosen, was ja bei einem Sonntagsausflug ziemlich unanständig sei. Wer interessiert sich schon für ein 50jähriges Knie, das da durch die Hosenlöcher glänzte? Oder für die Krampfadern, erkennbar an anderen Hosenlöchern. Mit dem Euro könnte sich die Frau Nähgarn kaufen und – falls sie das noch kann – die Löcher zunähen. Natürlich haben die Löcher in den Hosen nichts mit der immer noch vorhandenen Armut in Deutschland zu tun – das kann man der GroKo unter Angela Merkel nicht vorwerfen. Zerrissene Hosen sind einfach dummerhaft und wem das gefällt, sollte den Schnabel halten, wenn sich eine gepflegte Dame mit Kopftuch bekleidet.

Trump ist ein evangelikaler Christ

In den USA echauffieren sich einige Feinde Trumps, daß er bei der Trauerfeier das „Apostolische Glaubensbekenntnis“ nicht mitgesprochen hat. Anders als die neben ihm sitzenden früheren Präsidenten Obama, Clinton und Carter. Der Zwerg Unwissend ist darob irritiert. Nicht darüber, daß sich die Feinde Trumps den Hinweis nicht ersparen wollen, daß gerade die evangelikalen Christen in den USA Trump unterstützt haben und immer noch unterstützen. Die ehemaligen Präsidenten lasen, so sieht es aus, den Text ab. Trump kennt das Glaubensbekenntnis nicht – woher auch? Und wie die früheren Präsidenten den Text abzulesen, das konnte er doch nicht, weil er doch längere Texte grundsätzlich nicht lesen will oder kann oder soll. Ist halt alles ein wenig klein bei ihm. Texte, die länger als eine BILD-Schlagzeile sind, sind ihm wohl ein Grauen und ihm ein ewiger Greuel.

Die Bahn erhöht die Fahrpreise

Großes Lamentieren über die beabsichtigte Erhöhung der Bahnreisepreise. Das ist dem Zwerg Unwissend unverständlich. Nicht die Erhöhung, das Lamentieren ist ihm unverständlich. Bekanntlich ist die Bahn zumeist, vielfach oder häufiger unpünktlich. Das heißt, sie benötigt aus welchen Gründen auch immer für eine gegebene Strecke mehr Zeit als im Bahnpreis kalkuliert. Wenn man im Hallenband länger bleibt als die vom Bademeister kalkulierte Stunde, muß man doch auch mehr zahlen. Wenn man im Parkhaus länger parkt, ist doch auch mehr in den Automaten zu stecken. Das betrachten Sie doch, seien Sie ehrlich, als normal. Und darum und deshalb ist es gerechtfertigt, daß man  mehr zahlt, wenn man länger im Zug sitzt oder auf dem Bahnsteig rumsteht. Unnötiges und unfaires Geschrei. Bahn-bashing ist das.

Sonntägliche Worte für die Goldwaage

Text in einer Anzeige der Firma MEWA in der FAZ vom 8.Dezember 2018: „Textil­sharing. Seit 110 Jahren sharen wir erfolgreich Putztücher und Arbeitskleidung. Für unsere Kunden bedeutet das, Textilien immer dann zur Verfügung zu haben, wenn sie gebraucht werden – ohne sie besitzen zu müssen. Teilen Sie den Sharing-Gedanken mit uns …“. Haben Arbeitgeber früher (in der guten alten Zeit) die Berufskleidung gemietet oder geshart? Leute, hütet euch vor jenen, die euch scheren wollen und mit sportlich turnenden Frauen im Freizeitlook werben!

 

Nach der Wahl

Der Zwerg Unwissend geht zu Pu und sagt ihm, daß FKK kurz vor 17.00 Uhr am 7. Dezember 2018 zur neuen Parteivorsitzenden der CDU gewählt wurde. „Und“, sagt der Zwerg zu Pu, „die Welt ist nicht untergegangen, denn an sich würde der Weltuntergang durch den Auftritt der apokalyptischen Reiter gekrönt. Und wenn’s nicht gleich passiert, dann passiert nimmermehr.“ Da sagt die ältere Dame (über 75 Jahre alt und leicht ergraut): „Ich finde es besonders erstaunlich, daß da 999 Delegierte ihre Stimme abgaben. Und ohne Enthaltung und, was ich sehr bemerkenswert finde, ohne ungültige Stimmen. Schon beim ersten Wahlgang gab es keine ungültige Stimmen.“ Der Zwerg wartet auf irgendeine Erklärung für diese enorme und ungewöhnliche Gefühlsäußerung der älteren Dame. Und: „Na, ja. Bei der SPD waren die Wahlen stets so, daß wenn vier Mitglieder an einer Abstimmung teilnahmen, ging einer davon gerade dann pinkeln, einer enthielt sich der Stimme, einer füllte den Stimmzettel falsch – also ungültig – aus und die vierte in dieser Runde gab die einzige zählbare Stimme ab – was aber nicht zählte, weil das Quorum mindestens 51 Prozent erfordert. Da kann man wegen der CDU-Abstimmung richtig neidisch werden. Das sind halt Bildungsbürger, die können lesen und schreiben.“

Vor der Wahl

Als der Zwerg Unwissend am heutigen Tage aufstand und nach seinen Verwandten sah, fand er Pu den Bären (mit dem geringen Verstand) im Kinderzimmer in einer Ecke sitzen. Wie Linus van Pelt mit der obligaten Decke saß Pu mit der Bettdecke über den Kopf in einer Ecke sitzen. „Pu, lieber Pu, was ist denn los?“ frug der Zwerg. „Heute geht doch die Welt unter. Heute verläßt doch Tante Angela das Schiff wie weiland der Lotse und Fritze Merz oder die FKK aus dem Saarland kommt.“ „Aber, Pu, du brauchst keine Angst haben. Solange Dieter Zetsche vom Daimler, Herbert Diess von VW, Harald Krüger von BMW und Josef Käser von Siemens, der mit dem Künstlernamen Joe Kaeser, in Deutschland bestimmen, wo’s langgeht, geht die Welt nicht unter. Die bleiben uns erhalten. Und Frau Nahles aus der Eifel auch. Du brauchst wirklich keine Angst haben. Komm mal mit in die Küche. Ich mache dir ein schönes Müsli vom Bio-Hof und danach bekommst du ausnahmsweise auch dein geliebtes Dolomiti.“ „Wenn ich morgen wieder Angst habe, bekomme ich dann auch wieder ein Eis?“ Manchmal staunt der Zwerg doch über die fast kriminelle Raffinesse von Pu der Bär, wenn’s um leckeres Eis geht.

Kommt Frau Zschäpe jetzt frei?

fragt Pu der Bär den Zwerg Unwissend. „Wie kommst du denn da drauf? Frau Zschäpe hat doch eine lebenslängliche Haftstrafe bekommen.“ „Die Frau wird doch jetzt in ein Frauengefängnis nach Chemnitz verlegt. Und da wird sie doch nächstes Jahr begleiteten Freigang erhalten und im übernächsten Jahr unbegleiteten Freigang. Muß sich an die geänderte Verhältnisse gewöhnen. Und dann haut sie doch ab in den Untergrund. Das und den kennt sie doch.“ Zuweilen zweifelt der Zwerg doch stärker an dem gesunden Bärenverstand von Pu. „Nein, nein, auch wenn es ihr in Chemnitz von Freunden aller Art nicht mangelt, das wagen sich die Sachsen wohl doch nicht. Obwohl: wenn ich jetzt gerade lese, daß die Polizei in Chemnitz wieder einmal auf Seiten von Herrn Gauland von der AfD steht, in dem sie ein Büro von Nazi-Gegnern schließt. Dabei haben die mit ihren Fahndungsaufrufen („Gesucht: Wo arbeiten diese Idioten“)  nach Kriminellen doch viel weniger getan als die AfD mit ihrer gemeinen Denunziationsaufforderung von Lehrern.“ Sagt die Enkelin: „Kinder zu solchen Aktivitäten aufzufordern, ist auch eine Art von Kinderschändung.“ Der Zwerg: „Alexander Gauland, nie um einen passenden Begriff aus der Nazi-Zeit verlegen, bezeichnete die Aktion des Zentrums für politische Schönheit als Blockwartmentalität. Daraus folgert: Schüler darf man gegen Lehrer aufhetzen. Die Glatzen in Ostsachsen und anderswo haben nämlich schlechte Erinnerungen an ihre Schulzeit (so mit Lernzwang und so) – deshalb rächen sie sich jetzt an ihren alten Lehrern.“ Sagt die ältere Dame (über 75 Jahre alt und härlich ergraut): „Ja.“ Fragt Pu: „Lieber Zwerg, ist das Sachsen-Bashing?“ „Neeeiiiin. Nicht direkt. Das ist nämlich eine realistische Feststellung der dortigen Umstände. Da kann der Bundespräsident abwiegeln wie er will.“

We cry for you, Angelina

In Rio de Janeiro fand am 30.November/1. Dezember 2018 der sog. G20-Gipfel statt. Nach Schluß dieser Veranstaltung, die seit der Teilnahme des amerikanischen Präsidenten Trump von Treffen zu Treffen sinnloser wird, ging die deutsche Bundeskanzlerin nach einem Bummel durch die Stadt in ein Steak-Restaurant. Großer begeisternder Jubel der sie begaffenden Argentinier. Dem Zwerg Unwissend kommt jedoch die Magensäure hoch. Bekanntlich pupsen die argentinischen Rinder Methan (und atmen selbiges auch ein!), was für das Klima nicht, der Zwerg drückt sich jetzt zurückhaltend aus, nicht das Beste ist. Dann kommt hinzu, daß in Südamerika Waldflächen gerodet werden, damit die Rinder Platz haben. Das ist auch nicht so gut. Der Besuch der Kanzlerin in einem Steak-Restaurant zeigt den Argentiniern, daß ihre Landwirtschaftspolitik in Deutschland wohlgelitten ist. Der Zwerg findet es außerordentlich bedauerlich, daß Frau Merkel Werbung für argen­tinisches Fleisch macht. Wo sie doch immer so tut, als ob ihr das Weltklima am Herzen liegt. Es wird wirklich Zeit. We cry for you, Angelina.