Die Bundesbahn bietet neue Dienste an.

Da liest der Zwerg Unwissend, daß die Bundesbahn jetzt neue Dienste anbietet. Nein, nein, nicht was Sie denken: neue Pünktlichkeit oder so. Im Berliner Hauptbahnhof wurde jetzt ein Test beendet, der workaholics einen Büroarbeitsplatz während der Wartezeit auf den verspäteten Zug anbietet. Diese Menschen, die erstens ohne Arbeit nicht leben können und zweitens auch nicht ohne ihr tablet, haben jetzt völlig neue Möglichkeiten, ihrem Arbeitgeber ihre ständige Bereitschaft zu dokumentieren. Die Bundesbahn will ihr Büro-Angebot jetzt auf weitere Bahnhöfe ausweiten. Da nicht in jedem Bahnhofsgebäude angemessener und ausreichender Raum für ein Büro vorhanden ist (der Zwerg denkt zum Beispiel an den Bahnhof Hechthausen auf der Strecke zwischen Hamburg und Cuxhaven), sollen an diesen Bahnhöfen auf einem Nebengleis ausrangierte Waggons aufgearbeitet und zur Verfügung gestellt werden. Der Zwerg ist ja schon einige Male mit dem Pkw auf der B73 von Cuxhaven nach Hamburg gefahren. Hinter Stade (von Cuxhaven aus gesehen) sah er auf Parkplätzen mehrmals Wohnwagen, auf denen deutlich lesbar „Nord-Sex.de“ zu lesen war. Da der Normalbürger in Anbetracht aller Umstände (Cuxhaven zum Beispiel wird am Ende des Jahrhunderts eine Unterwasserstadt sein) das Auto in der Garage stehen lassen soll, schlägt er hiermit vor, daß die Bundesbahn entweder an den Bahnhöfen in den für die workaholics reservierten Waggons auch noch Räumlichkeiten für andere dienstbare Geister zur Verfügung stellen sollte. Räumlichkeiten für diese Damen könnte man natürlich auch im rollenden Material einrichten. Das Rütteln auf ausgeleierten Gleisen würde den Diensten einen besonderen Reiz bieten. Schlußbemerkung: Solche Dienste zu subventionieren würde auch bevölkerungstechnisch sinnvoller sein als am Stuttgarter Bahnhof Steuergelder zu verbuddeln.

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Fußball-Kommentar, der von Waldi stammen könnte

 

„Erst hatten sie kein Glück, dann kam noch Pech hinzu.“ Wann? Wo? Wer? Die von Löw ausgewählten Fußballspieler für den Wettkampf „UEFA Nations League“ bei ihrem Spiel gegen die Niederlande. Drei Null verloren. Das ist schon heftig. Morgen, Dienstag, wird gegen Frankreich verloren. Und dann sind die Deutschen raus aus diesem Fußballwettbewerb. Na auch gut. Herr Löw hat ja erstens einen guten Freund und zweitens einen noch bis mindestens 2020 laufenden Trainervertrag.

Splitterparteien

Die Grünen sind eine Splitterpartei. Sie sind gestern – 14. Oktober 2018 – bei einer Schicksalswahl (!) in Bayern zweitstärkste Partei (nach der Seehofer-Söder-Union) geworden, dennoch bezeichnet der Zwerg sie als Splitterpartei. Der Duden sagt: ein Splitter sei ein „kleines, flaches spitzes Bruchstück besonders von einem spröden Material“. Vermutlich aus einer Dachlatte (jedenfalls hätte das Holger Börner aus Hessen vermutet). Wohl wahr: Die Grünen sind – oder besser waren – „Fleisch vom Fleische der SPD“, abgesplittert. Entstanden durch den sog. NATO-Doppelbeschluß und durch Dummerhaftigkeit der SPD-Führung in den 1970er Jahren. Inzwischen sind sie selbständig, autark und zukunftsorientierter als das Material, von dem sie stammen. Eine weitere Splitterpartei ist die SfD, die Schande für Deutschland. Die stammt nicht aus sozialdemokratischem Material. Aber die Arbeiter wählen doch diese Neo-Gruppe! Ja, das ist richtig. Aber wann haben Arbeiter das letzte Mal SPD gewählt? Noch nach 1918? Und nächste Frage: Wo entstand der Kern der Neos? Richtig, ja, in Sachsen. Wer hat Sachsen regiert und keine Rechtsradikalen gesehen? Erst Kurt Biedenkopf und dann alle möglichen anderen aus  der CDU stammenden Ministerpräsidenten. Einer der schlimmster unter den Einäugigen ist Stanislaw Tillich, der wohl fürchtete, als Sorbe in eine Republice Slawii oder nach Polen abgeschoben zu werden und deshalb besonders blind war. Nicht nur wegen Alexander Gauland ist festzuhalten: Die SfD ist ein Splitter aus der CDU und gefördert durch CSU-Politiker.

Agora

Die ersten Bayern haben schon kurz nach Sonnenaufgang auf dem Platz die beiden Namen Seehofer und Söder in die Tonscherben geritzt und auf der Sammelstätte abgelegt. Wenn das so weitergeht und die Bürger zu Hauf kommen, dann werden diese beiden für zehn Jahre gebannt: Söder hatte es schon geahnt, als er sagte, er wolle nicht mehr als zehn Jahre amtieren – nun kommt es ganz anders. Bürger, füllt die Bierkrüge, denn heute abend wird gefeiert. Und „die Alte von der Spree“ wird sich klammheimlich freuen.

Auf fast nichts ist mehr Verlaß.

Da brennen Mitte Oktober zwei Wagen eines ICE auf der Strecke zwischen Köln und Frankfurt. Der Zugführer kann den Zug auf freier Strecke an geeigneter Stelle halten lassen. Es droht dennoch (natürlich) eine größere Gefahr. Ein zufälligerweise im Zug sitzender Bundespolizist in Uniform kann u.a. mit den Zugbegleitern das Schlimmste verhüten und sorgt für ein geordnetes Verlassen des Zugs. Was ist Ungewöhnliches geschehen? Die Zugreisenden haben den Polizisten und den Zugbegleiter – beide ja in Uniform – nicht beleidigt und nicht bespuckt. Zwerg Unwissend glaubt zu wissen, woran das vernünftige Miteinander lag: es waren auf dieser Strecke wohl keine Sachsen im Zug und keine „Fußballfreunde“. Und der ICE ist ja teurer als eine Bummelbimmelbahn, die an jeder Milchkanne hält: Vielleicht ging es auch deshalb ohne Krawall ab (Sie, geneigter Leser, verstehen, was der Zwerg damit meint?)

Warum eigentlich noch Steuergelder

Die Deutsche Fußball Liga erweitert ihre Unternehmensbeteiligungen und eröffnet einen neuen Geschäftszweig: Die Liga verkauft unter anderem den Zugriff auf ihr digitales Fußballarchiv an das israelische Start-up Track160. Warum, fragt sich Zwerg Unwissend, geben dann die „Sportminister“ in Bund und Ländern noch irgendwelche Zuschüsse an Fußballvereine und deren Spielstätten? Warum müssen Steuerzahler die Fußballfreunde mit staatlich finanzierter Polizei vor ihresgleichen schützen? Wenn die Vereine Geld für die Belustigung des Volkes und Ablenkung von Problemen benötigen, könnten sie es ja vor dem Anpfiff wie in altrömischen Zeiten machen. Ist aber nur so eine Idee.

Mein Gott, der Andi, …

er hat’s nicht vergessen: Andreas Scheuer hat die Maut nicht vergessen. Deshalb ist er gegen die „Blaue Plakette“, die den Diesel vom Benziner scheidet. Er braucht das Ding, um zu sehen, ob die Österreicher (früher als ostmärker bezeichnet) auf bayerischen Straßen auch wirklich mautieren. Vier Vignetten an der Windschutzscheibe sind eine zuviel: die österreichische Autobahnvignette (die man ja auch als Durchreisender benötigt), die Schadstoffklassenvignette in Grün (die jeder gute Deutscher an die Frontscheibe gepappt bekommen hat) und die Mautvignette; die Farbe hat Dobrindt noch nicht endgültig bestimmt; der Zwerg vermutet weiß-blaue Rauten. Da paßt eine blaue Umweltvignette nun wirklich nicht mehr an die Scheibe. Nur noch als Brett vor der Stirn. Und dann wird das Gesichtsfeld ja noch eingeschränkt durch das (Höcke-Deutsch) Händi (was zumeist ein Frauenproblem ist – achten Sie ’mal drauf). Oder zumindest durch die Halterung für das selbige. Am Montag geht’s rund – vignettenrund. Andreas Scheuer wird eine Pressekonferenz einberufen und das Ende der Mautdebatte verkünden. Der Horstl ist weg, und der Markus steht im Regen und die Ilse („Ilsebilse niemand will se“) hatte den richtigen Riecher, als sie die Hände am Lenkrad ließ und nicht nach der Staatskanzlei griff. Wer jetzt noch das Wort Maut in den Mund nimmt, kriegt eins aufs Maul – aufs Mautmaul. Das ist ja wohl klar: die Einführung der Mautzahlungen wird Wahlkampfthema der AfD und bringt denen mehr Prozente als „Merkel muß weg“ (weil, die ist ja schon weg). Und deshalb wird die Mautforderung der Vergessenheit anheimfallen: die CSU will ja nicht enden wie die SPD – als Splitterpartei mit ein paar Direktmandaten, die ihr gerade noch eine Vertretung im Bundestag noch sichern.

Nur noch heute, Freitag, Sonnabend und Sonntag.

Dann ist’s zu Ende mit der großen Bayern-Herrlichkeit der CSU. Hosianna-Rufe sind (noch) nicht angebracht. Denn die CSU verschwindet ja nicht im Orkus (wo’s Schwarz ist) oder im Lokus ( . . . ). Sie verliert nur ihre Mehrheit und muß sich entscheiden zwischen den beiden Felsen – zwischen Skylla und  Charybdis (ob die Grünen sich als Skylla verkleiden oder die Freien Wähler als Charybdis oder umgekehrt, wird in den nächsten Wochen entschieden). Vielleicht muß die Ilse ja mit beiden regieren und steht als Mongibello dazwischen. Das wird ein „Fetzen Gaudi“ oder wie James T. Kirk sagen würde: „Das wird sicher ein Spaß.“ Heute ist Donnerstag, 11. Oktober 2018.

Jemen, Saudi-Arabien und die anderen.

In den Fernseh-Nachrichten wurde am 9. Oktober 2018 wieder einmal über die Situation der Bevölkerung und insbesondere der Kinder im Jemen hingewiesen. Bürgerkrieg ist das nicht, dazu mischen zu viel Auswärtige mit (man kann ja froh sein, daß die Kontakte zum Iran zur Zeit etwas eingeschränkt sind: Danke, danke, Mr President). Dem Zwerg ist dabei leider entgangen, daß die Nachrichtenredaktionen im Fernsehen darauf hinwiesen, daß die Bundesrepublik an mindestens eine der beteiligten Kriegsparteien Waffen liefert. Geneigter Leser: Sagen Sie jetzt nicht, daß könne in einer Regierung mit sozialdemokratischer Beteiligung nicht passieren. Oh, doch. Gerade dann, weil die bundesdeutschen Waffenhersteller ihre Betriebsräte von der friedliebenden IG Metall mit der Losung „Arbeitsplätze sichern“ losgeschickt haben. Wenn die Sozis in der Opposition wären, dann würden sie aufkreischen und Zeter und Mordio rufen, doch so? Der Krieg in Jemen ist ja noch hinter der Türkei: Interessiert uns Sozis und Metaller also nicht – werden die sich denken. Jetzt kann wieder die zwergsche Theorie mit der Deutschlandverschwörung zum Einsatz kommen: Der frühere SPD-Chef und bundesdeutsche Außenminister hatte ja bekanntlich angefangen, die Waffenexporte einzuschränken (das war eine alte Forderung der Sozialistischen Jugend Die Falken, und Siegmar Gabriel war einer von denen – sagt ja wohl alles!). Und was passierte? Vom Acker gejagt und nach Goslar verbannt. Von wem? Von der singenden Frohnatur aus der Eifel. Die kann in ihrem Berufsleben auf eine Tätigkeit bei der IG Metall (2002/2003) verweisen. Die Investition der IG Metall in diese Frau hat sich also gelohnt. Und noch eine nachtretende Bemerkung vom Zwerg: Frau Andrea ist aktives Mitglied einer internationalen Kinderschänder-Organisation (sie wird ja hoffentlich ihre Tochter nicht zur Meßdienerin machen lassen). Der Zwerg will nicht vergessen, zu erwähnen, daß auch unter dem Falken Gabriel Waffen nach zu den Saudis geliefert wurden. Reine Lehre geht immer anders. Bei Lion Feuchtwangers „Waffen für Amerika“ gibt es Freiheit vom britischen Joch für die Lieferung, bei Waffen für die Saudis gibt’s klimaschädliches Öl.

Das geht ja nun gar nicht.

Das mit dem „Hambacher Forst“ geht ja nun gar nicht. Einfach die Rodung beenden. Geht wirklich nicht. Das mit einer Fledermaus zu begründen, die dort lebt, und auf dem Flügel von Herrn Bechstein klimpert, schädigt die Erwartungen der Aktionäre von RWE. Frau Merkel würde sagen: „Scheitert die Braunkohle, scheitert Europa.“ Nun ist ein weiteres ganz, ganz ernsthaftes Argument gegen den Rodungssto(p)p aufgetaucht: Da wo der große Bagger gebuddelt hat (Pu: „will haben“), geht’s steil bergab. Hat man auf den Fotos gesehen. Und wenn man dort einen See anlegen will (Renaturierung ist vermutlich was anderes), dann würde man wie an der englischen Kreideküste sofort ins tiefe Wasser fallen. Deshalb muß jetzt weiter gerodet werden, damit man einen sanften Übergang hinbekommt. Wattmäßig wie an Cuxhavens Küste. Damit die Maus dort auf dem Pianola spielen kann. Und die Hunde baden können. Und die Bürgermeister und Gemeinderäte unter den Aktionären auch. Deshalb müssen die Bäume im Hambacher Forst abgesägt werden. Aus denen man dann Grubenhölzer für den Untertagebau machen kann. Ein Kuppelprodukt – wie wir Betriebswirtschaftler sagen. Oder Flöße, wie’s der Weltklimarat empfiehlt. Wie und warum auch immer: es muß weiter gerodet werden. Pronto – sonst gehen 2030 die Braunkohlelichter aus. Nachtrag: Man könnte natürlich auch den Abraum aus der Elbvertiefung an die Abrißkante am Hambacher Forst bringen – damit der Abschaum nicht im Watt das Weltnaturerbe zerstört. Mit der Bundesbahn. Win-win-win-Situation. Geniale Idee, nicht wahr?