Vollständigkeit

Nächstes Jahr im Frühjahr wird es wieder einmal eine Diskussion über Organspenden geben. Unterschwellig – das sagen wir aber nicht – geht es darum, nach dem Wechsel von der letzten Rentenzahlung unbeschädigt und vollständig in das Nichts zu wechseln. Deshalb werden in Saudi-Arabien zum Beispiel den Dieben die Hand abgehackt und in anderen Ländern auch der Kopf – damit bleibt diesen Verstümmelten nur die islamische Hölle. Die Christen in Deutschland (in Spanien sehen dieselbigen das ganz anders) wollen ebenfalls mit allen Organen am Himmelstor anklopfen. Das sagen sie aber nicht. Sie sagen auch nicht, daß sie den Ärzten mißtrauen – mißtrauen, weil sie denen zutrauen, Organe dem Lebenden zu entnehmen und meistbietend zu verhökern. Sie sagen auch nicht, daß Deutschland lieber Organe aus Indien oder Spanien importieren würde als einen guten Bio-Deutschen auszuschlachten. Der Zwerg findet das doch arg verlogen, denn vielen lieben Verstorbenen fehlt doch der Blinddarm, die Mandel, die Prostata, die Zähne oder andere Körperteile. Man kann gespannt sein, erstens, ob es überhaupt eine Regelung über Organspenden gibt und zweitens welche Art. Wer eine gesetzliche Regelung über Organspenden verhindern will, muß das Ende der großen Koalition herbeisehnen, denn die Grünen werden die Spahnsche Spendenregel ablehnen, und die FDP wird es dem Markt überlassen, den Preis für eine Niere zu bestimmen. Indisch also. Mit der GroKo wird es bei aller Gewissensfreiheit der Abgeordneten eine Mehrheit für die Widerspruchsregelung geben (Frau Andrea Nahles ist ja weg).

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Bekanntlich ist Bernd Höcke ein Biodeutscher aus Hessen. Bevor er sich beruflich zum Parteiführer ausbildete war er Gymnasiallehrer für Geschichte. Im Studium mußte er vermutlich ein schwarz eingebundenes Buch lesen (Autor trug einen  Zweifinger-Bart,  mit steuerfreiem Schriftsteller-Einkommen wie der Amerikaner Dagobert D., Auflage etwa 40 Millionen). Das hat ihn zum Faschisten bekehrt. Und Mohammed, Akano, Aqil oder Abdurrahman oder Maik und Chantal aus Sachsen zu unterrichten machte auch keinen Spaß mehr. Jetzt hat man im Allgäu einen weiteren Biodeutschen entdeckt. Aufrechter Gang. Etwa 100 Zentimeter groß. Aber oho! Bemerkenswert ist der kräftig ausgebildete rechte Unterarmknochen – Sie wissen warum! Um den AfD-Bundestagsabgeordneten Stephan Brandtner zu ärgern, haben die Allgäuer Paläoanthropologen diesen Vorgänger des Wiedergängers „Udo“ genannt. Nun trifft der altbewährte Spruch zu: am deutschen (aufrechtgehenden) Wesen soll die Welt genesen. Die AfD-Führer haben beantragt, daß der Danuvius guggenmosi in „Deutschmensch“ umbenannt wird. Höcke, Kalbitz aus Brandenburg, die Reichsbürger, Kubitschek, Gauland und Weidner haben eine DNA-Analyse von „Udo“ beantragt, um das Ergebnis mit ihren Genen abzugleichen. Weil sie dann biodeutsch neu definieren können. Das ist aber eine dümmliche Untersuchung (würde Adele sagen).

Auf die sonntägliche Goldwaage gelegt

Die ehemaligeWeinkönigin, heute auch Förderin der Güllewirtschaft, Julia Klöckner (von der ein  befreundeter Insider (alos einer aus der CDU) sagte, sie sei mehr Paris als Pirmasens: „Landwirtschaft ist nicht irgendein Wirtschafts­bereich. Das wissen wir. Landwirtschaft prägt Landschaft. Und wenn Landschaft nicht mehr da ist, wird Landschaft nur noch Gegend.“ (zitiert in der heute show am 8.November 2019)

Zurück an den Absender

Wenn der Zwerg Unwissend  das richtig verstanden habe, sind unter den 7 Personen, die die Türkei just nach Deutschland schickte, 4 Doppelstaatler – also Personen, die neben der deutschen auch noch eine andere Staatsangehörigkeit haben. Der Zwerg: „Da wirft sich doch – jeden­falls für mich – die Frage auf: Warum muß Deutschland diese 5 „zurück­nehmen“? Können doch in den Staat bleiben oder gehen, dessen Staats­angehörigkeit sie gleichfalls haben. Ein zweiter Punkt, der immer wieder verwirrt, ist die Diskussion über die Staats­angehörigkeit.  Ich habe vor langer Zeit gelernt, daß ein Staat gekennzeichnet ist durch ein Gebiet, durch ein Volk und durch eine Staatgewalt. Insofern war das Regime „Islamischer Staat“ ein Staat. Daß wir den nicht mochten, teilte er mit etlichen anderen Staaten wie wir ja über mehrere Jahrzehnte den Staat DDR nicht anerkannten. Nun – lernte ich – wer in einem fremden Staat in dessen Armee dient, verliert „automatisch“ die deutsche Staatsangehörigkeit. Sagt die ältere Dame (über 75 Jahre mit dysfunktionalen Sinusknoten und grauen Haaren), der der Zwerg seine Argumente vorträgt (sie kann es bald nicht mehr hören): „Wenn das stimmt, sind diese Islamisten doch Personen, die dahin gehen können, wo der Pfeffer wächst oder das Öl sprudelt. Müssen doch nicht dahin, wo es Hartz IV gibt.“ Pu der Bär, der sich häufig in Gespräche von Erwachsenen einmischt: „Kann ich ein Dolomiti haben?“

Fußgänger mit Helm

In der Stadt, in der der Zwerg Unwissend nebst älterer Dame (über 75 Jahre, grauhaarig, Fußgängerin), Enkelin und Pu dem Bären lebt, wird darüber gesprochen, daß der Status Heilbad entzogen werden könnte. Sagen wir mal so: da wird eine Diskussion zu diesem Thema von außen, von Neidwürmern aus dem verschlammten Watt, herangetragen. Begründung: Zu einem Heilbad gehört auch ein sogenannter Badearzt. Gibt es im touristisch wichtigsten Kurteil  nicht (keiner hat mich lieb und alle übersehen die Vorteile eines hiesigen Daseins). Zu einem Heilbad gehört auch, daß die Atemluft nicht verdieselt wird: es sieht nicht gut aus, wenn Touristen und indigene Bevölkerung mit Atemschutzmasken wie in Shanghei flanieren. Zu einem Heilbad gehört ebenfalls, daß diejenigen, die im Kurteil fußläufig unterwegs sind, von ihrem Vermieter einen Schutzhelm erhalten, damit sie, wenn sie von auf dem Trottoir fahrenden Radlern angefahren werden, keine Kopfverletzungen erleiden. All’ das gibt es hier nicht. Mithin sind der Ehrentitel „Kur- und Heilbad“ und die damit verbundenen Fördermittel arg gefährdet. Das Erstaunliche ist, daß diese Diskussion jetzt beginnt, wo doch schon vor Jahrzehnten der innerkurliche Automobilbetrieb gar bannig war und die schon lange vorhandenen Pläne in der Schublade vergilben. Wir erinnern uns, wie in Thüringen der Schmied von Ruhla zu Zeiten eines Uwe rief: Bürgermeister, werde hart wie der Wattboden! (oder so ähnlich fabulierte unser Goethe).

Mit Gottes Segen wird’s Geld regnen

Bekanntlich wurde unglücklicherweise öffentlich, daß sich der eine oder andere Geistliche am Chorknaben vergriff. Den Opfern dieser Übergriffe soll nun eine Entschädigung gezahlt werden.  Das ist nur recht und billig. In diesem Zusammenhang meinte der Trierer Bischof Stefan Ackermann, wegen der enormen Kosten für die Opferentschädigung sollte die Kirchensteuer zur Finanzierung herangezogen werden, die ggf. deshalb auch erhöht werden solle. Als Vergleich führt er an, daß ja schließlich auch die verkorkste Mautscheuer von den Steuerzahlern gezahlt werden müsse. Geil, gell? Der Vergleich. Die Idee. Der Mann. Das ist die Krone der Frechheit, wofür schon der Vorname des Bischofs Bände spricht. Die Evangelen werden sich klammheimlich gefreut haben (sind ja nicht so betroffen), denn da es ja nicht angehen würde, nur für die Kirche der Übergriffigen die Kirchenlohnsteuer zu erhöhen, würde ihnen das heimliche Regen und Betatschen von Kindern durch die Mitglieder der anderen Kirche wie warmer Regen als Segen erscheinen. Ackermann,  Hochwürdigste Herr und Exzellenz, hat seinen Vorschlag nach Protesten zurückgezogen. Merke: aus dem Saarland kommt selten Gutes (in alphabetischer Reihenfolge): Kramp-Karrenbauer, Lafontaine, Maas, Rotwein. Und der Rauschebart, in dessen Namen die Welt verändert wurde. Nachtrag: Man könnte natürlich die Kirchenlohnsteuer auch ohne die sogenannte Kappungsgrenze festsetzen – aber nur für die Kirchenangehörigen, die in derselben Kirche wie Exzellenz Ackermann sind. Da würden die Banker aber (wie die Übergriffigen) vor Lustgefühl quietschen.

Überall Unruhe

Sagt die ältere Dame, noch vor dem Frühstück (über 75 Jahre alt und graues Haar schimmert): „Überall herrscht Unruhe, nur in den diktatorischen Regimes geht es zu wie auf dem Friedhof.“ Der Zwerg, noch nicht ganz ausgeschlafen (es ist erst 8.00 Uhr Sommerzeit!): „Was meinst du damit?“ „Ich sage nur Merkel, Trump, Johnson. Und auf der anderen Seite Polen und Ungarn.“

Windkraft ade

Seit 2017 sind in der Windkraftbranche rund 35.000 Arbeitsplätze verschwunden. Also binnen drei Jahre. Bis zum Jahr 2030 sollen im Braunkohlebergbau 20.000 Arbeitsplätze entfallen (was der Zwerg noch nicht glaubt!). Dafür werden 40 Milliarden Euro als Ausgleich gezahlt – für Museumsdörfer in der Lausitz. Als „Dank“ bekommen mehr als 75 Prozent der bundesdeutschen Bevölkerung Faschisten in die Parlamente und Ossi-Gejammer ohne Ende. Man könnte meinen, daß hier mit sehr unterschiedlichen Maßstäben gemessen wird – und zwar nur zur angeblichen Abwehr der Faschisten. Der Zwerg, der zu diesem alten Gewerbezweig gewisse Beziehungen hat, erinnert daran, daß das Aussterben ganzer Berufszweige im Graphischen Gewerbe leider sang- und klanglos erfolgte. Weder Prinzipal noch Pachulke sangen noch das alte Buchdruckerlied: „und weiche keine Cicero von dem Tarife ab“. Da gab’s keine Milliarden, aber auch keine Parlaments-Faschisten. Da herrschte auch keine GroKo und kein „einfach nicht ignorieren.“

Zum Wochenanfang: Tohu wa-bohu

Der Zwerg Unwissend erhält häufig vertrauliche Informationen, die er grundsätzlich nicht beachtet. Jetzt hat ihn jedoch eine brandaktuelle Information aufgeschreckt. Bekanntlich werden montags nur 2 Prozent aller Briefe zugestellt. Angeblich arbeitet niemand und keiner sonnabends, so daß kein Brief produziert wird. Der Zwerg ist sich jedoch sicher, daß es eher daran liegt, daß weder sonnabends noch sonntags die gelben Kästen geleert werden. So schafft man sich die eigene Nachfrage ab. Aber wie und warum auch immer: 2 Prozent ist die Meßzahl. Deshalb will die Post ab März nächstens Jahres nur noch von Dienstag bis Sonnabend Post ausliefern. Eine Riesen-Ersparnis wird prognostiziert. Goldene Zeiten für die Aktionäre. Und Boni für den Vorstand. Tatsächlich plant der Vorstand aber viel weiter: er will den pünktlichen Zustelldienst (Stichwort: E + 1) von der Hallig bis auf die Alm nur noch im Abonnement garantieren. Abonnement heißt in diesem Fall, daß man wie bei Amazon prime eine besondere Gebühr entrichtet, entrichten muß, wenn man den Brief bis in den häuslichen Briefkasten geliefert bekommen will. Alle anderen Kunden, im Postjargon auch Störenfriede genannt, müssen evtl. Briefe analog den Paketabhol­stationen an einer zentralen Stelle in ihrem Wohnort abholen. Verursacherprinzip (Alm- und Halligbriefe werden auch teurer!). Erste Verhandlungen mit den Verbänden der Tankstellen, Backwarenverteiler, Zeitungskioske und (aber nur für die Sommer-Zustellung) Eisdielen sollen bereits (und erfolgreich) geführt worden sein. Es brechen Goldene Zeiten an. Für die Aktionäre. Denn die Ersparnis ist gigantisch. Dem Vorstand der Post schlägt der Kreativdirektor der Werbeagentur vor, daß die neue Briefordnung mit zwei Figuren personalisiert wird: „Ist immer gut. Die eine nennen wir A-Hörnchen für die Abholpost, und die andere Figur ist B-Hörnchen für die Bringe-Post. Das können sich die Leute merken. Das ist wie früher mit den fünf Fingern für die Postleitzahl. Hat doch excellent funktioniert. In Schweden gibt es auch A- und B-Briefe.“ Großer Jubel im Vorstand.