Ein schönes Bild.

Der französische Präsident besuchte im April 2018 den US-amerikanischen Präsidenten. Lange gemeinsame Geschichte verbindet die beiden Ländern: ohne französische Unterstützung hätte die Boston Tea-Party schnell geeendet (siehe Lion Feuchtwanger). Ohne den Verkauf Louisianas an die Vereinigten Staaten (durch Napoleon) wären die USA bestenfalls Mittelmacht geworden. Und da gibt es noch einige weitere außergewöhnliche Beziehungen zwischen diesen beiden Staaten – wie beispielsweise Jean Seberg und die „New York Herald Tribune“ in „Außer Atem“. Na gut. Hier geht es um den Besuch Emmanuel Macrons in den USA. Diesmal gab es kein kraftmeierndes Hände­schütteln, sondern Küßchen (bisous) – das war schon schön anzusehen (fast wie Honecker und Breschnew) – und die Entfernung von Haarschuppen auf dem Anzug Macrons durch Donald Trump. Gar allerliebst, wie sich Trump als Euroglyphos Maynei Sys.: Donald T., als Hausstaubmilbe, entpuppt: „Wir müssen ihn doch perfekt aussehen lassen.“ Paßt scho. Die ältere Dame (fast 75 Jahre alt) nimmt auf Reisen stets eine petite brosse im nécessaire mit: sie will eine solche jetzt Madame Macron schenken. Damit der Herr Gemahl immer schnieke aussieht.

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Start-oops. Error 404.

Herr Peter Altmaier ist Bundeswirtschaftsminister (wie hieß es einmal: ich bin Minister für Wirtschaft und nicht gegen Wirtschaft), hat die Start-ups (neu) entdeckt (sieh an, sieh da) und will Unternehmensgründungen fördern. Da fällt dem Zwerg Unwissend ein: hoffentlich spricht er das mit den Finanzämtern ab (nur mit Olaf reden, ist unzureichend), sonst wird das nichts mit der Firmengründerei. Warum denn das? Zwerg Unwissend gründete vor einigen Jahren eine Firma, die er als Gewerbe formell und kostenpflichtig anmeldete. Nach mehreren Schriftwechseln und Gesprächen mit dem Finanzamt (damit ist der Sachbearbeiter dortselbst gemeint) wurde die Firmengründung vorläufig und steuerlich mit Vorbehalt anerkannt. Es war ein hartes Stück Arbeit, dieses Wohlwollen zu erreichen. Ein Geschäft, wie es der Zwerg gründete, wächst langsam: es reüssiert nicht sofort. Ist ja kein Geschäft gewesen, daß Lebensmittel und Schuhe in einem Karton liefert, den man – zumindest die Lebensmittel – kostenfrei wieder zurückschicken kann. Nach etwa 2 Jahren wurde der Firmengründer vom Finanzamt (damit ist der Sachbearbeiter dortselbst gemeint) dringlich aufgefordert, einen Nachweis über eine Marktuntersuchung zu den Geschäftsaussichten vorzulegen oder durchzuführen. Eine solche Marktuntersuchung hätte sicherlich „tens of thousends“ ausgemacht und damit für etliche Jahrzehnte jeden Gewinn unmöglich gemacht. Es wäre – bahnbrechend – vermutlich auch die erste Marktuntersuchung der Welt für dieses Geschäft gewesen. Als mehr oder weniger gleichzeitig auch noch die Stadtverwaltung dem Firmengründer einen Vordruck über die in der Stadt erhobene Fremdenverkehrs­abgabe zusandte – mit der Bitte, doch den Umsatz mit Touristen zu melden, beschloß der Zwerg, sein start-up wieder abzumelden und die Firma finanzamtstechnisch rückabzuwickeln. Nachtrag: Natürlich sind die Einnahmen aus diesem Kleinstunternehmen  zu versteuern, ohne Wenn und Aber. Für’s Finanzwesen ist das logisch! So, Herr Altmaier: jetzt dürfen Sie sich zu start-ups äußern. Altmaier erinnert den Zwerg an Jérôme Bonaparte: „lustik, lustik, demain encore lustik“. PS: Viele der start-ups verdrängen den klassischen Handel – so mit Laden und Verkäuferin und so. Der Zwerg Unwissend kommt aus einer anderen Zeit – wohl war, aber die hat nicht so viele Geschäfte in den Fußgängerzonen leerstehend gesehen.

Leserbriefe sind auch Weiterbildung.

Mitte April 2018, also vor dem Parteitag der ältesten deutschen Partei, las der Zwerg Unwissend in der Zeitung  mit den klugen Köpfen davor (seinetwegen auch dahinter) einen Leserbrief. Der Zwerg liest gerne diese Leserbriefe, weil dort zuweilen wirkliche kluge Sachen geschrieben werden, zuweilen etwas rechthaberisch, aber das hält sich in Grenzen. Diesen Leserbrief hatte ein Horst Isola verfaßt, 1991/92 Landesvorsitzender der SPD in Bremen. Dieser Alt-Genosse rechnet mit seiner Partei ab: „Will sie (die SPD) als Partei der sogenannten „Mitte“ weiterhin Politik für Kapital- und gewerkschaftliche Klientel­interessen oder Politik für die Mehrheit des Landes machen?“ Richtig, so Isola, seien doch „massive Investitionen in Gesundheit, Bildung und bezahlbaren Wohnraum und vor allem eine Umweltpolitik, die die aktuellen Bedrohungen durch den Klimawandel ernst nimmt“. Isola befürchtet, daß die 18 Prozent der derzeitigen Umfragen vielleicht sogar ein Traumergebnis darstellen. Fangen wir einmal hinten an: Einer von der Küste ist damit aufgewachsen, daß der „Blanke Hans“ vorbeischaut, eine aus der Eifel weiß vermutlich nicht einmal, wie „Meer“ geht, bestenfalls Maare. Wohnraum: das trifft die Verantwort­lichen in einer Kommune, vielfach sozialdemokratisch regiert, die dieses Grundbedürfnis irgendwie nicht begreifen (das ist bösartig, ja, aber warum sollten diese Verantwor­tungslosen – im Sinne von: wir können uns hinter Mehrheitsentscheidungen verstecken – ein Wohnungsproblem haben?); Gesundheit: ja, da haben dieselben Verantwortunglosen die Krankenhäuser aus vorgeblichen Kostengründen privatisiert, weil sie nicht bereit waren, einige schlimme Auswüchse (ÖTV und so) zu bekämpfen, und jetzt verdienen sich einige wenige Konzerne goldene Nasen – lang wie bei Pinocchio! Und die Bildungsmisere: haben Sie, geneigter Leser, die Hü-und-Hott-Politik verfolgt – stets von der Gewerkschaft der Lehrer (deren Köpfe immer leerer wurden) propagiert? Das wird doch nicht besser, nur weil Andrea Nahles nach eigenem Bekenntnis (auf dem Wahlparteitag) „katholische Schlager“ (wie immer die sich anhören, vermutlich wie Katzenmusik) mag: „Heile, heile, Gänschen“! Was jeden Konfirmanden abschreckt – auch hier bin ich auf der Seite des Herrn Isola. Der Rest ihrer Truppe ist doch geblieben. Im letzten Drittel des letzten Jahrtausends. Und leider, der Lieblingsspruch des Zwergs Unwissend trifft bedauerlicherweise nicht zu: „Am Ende wird alles gut, und wenn es noch nicht gut ist, dann ist es auch noch nicht zu Ende.“

Kräuterbonbons

Die ältere Dame (fast 75 Jahre alt) wurde neulich mit einer Schachtel Gesundheits-Bonbons beschenkt. Dann las sie die Zutatenliste: 20 Kräuter machen 0,4 Prozent eines Bonbons aus – und alle Kräuter werden einzeln aufgeführt (bedauerlicherweise nur die deutsche Bezeichnung, die binäre Nomenklatur fehlte). Danach kommen 7 Vitamine, – einzeln aufgeführt, was nach den Regeln des Zutatenverzeichnisses bedeutet, daß diese Vitamine weniger als 0,4 Prozent ausmachen. Danach kommen noch einige Zutaten, also noch weniger als 0,4 Prozent. An erster Stelle dieser Zutatenliste stehen mehrere Süßungsmittel, dann 2 Säuerungsmittel. Zwerg Unwissend bat die ältere Dame (fast 75 Jahre alt), zukünftig beim Kauf von Kräuterbonbons spätestens beim Anstellen an der Kasse die Zutatenliste zu lesen und ggf. das Produkt nicht auf das Band zu legen. Unter Kräuterbonbons hat sich der Zwerg irgendwie ein Produkt mit Kräutern vorgestellt. Damit die Antwort auf „Wer hat’s gemacht“ nicht „die Schweizer“ heißt, sondern „eine Firma, die Kräuterbonbons mit Kräutern herstellt“.

Wildkräuter. Recycling.

Zwerg Unwissend hat irgendwann gelernt, daß es keine Unkräuter gibt. Es gibt bestenfalls Kräuter, die an einer Stelle wachsen und wuchern, an der sie vom ackerbauenden Nutzer oder Gartenbesitzer nicht so oder sogar gar nicht erwünscht sind. Es handelt sich richtigerweise um Wildkräuter. Wobei selbst das nicht die korrekte Bezeichnung ist, denn es handelt sich in aller Regel nicht um Kräuter (wie Petersilie oder Majoran), sondern um Pflanzen, deren Nutzen nicht sofort erkennbar ist. Doch hier soll es nicht um Kräuter oder Pflanzen gehen, sondern um Recycling. So lange häuslicher Abfall der „Müllverwertung” zugeführt wird, so lange wird für den Normalbürger nicht erkennbar, daß es sich um wertvolle Rohstoffe handelt, die schon einmal bearbeitet wurden.

Geniale Ideen setzen sich immer durch.

Unsere ewige Bundeskanzlerin hat ein neues Gremium auf EU-Ebene vorgeschlagen: Gemeinsames Beratungsgremium von Finanz- und Wirtschafts­minister. Das sind, pi mal Daumen, rund 60 Teilnehmer, dazu der übliche Troß von Beratern und Kofferträgern und Sherpas. Wer jemals an Besprechungen teilnahm, wird wissen: mehr als sieben echte Teilnehmer geht gar nicht, wenn man etwas erreichen will. Zwerg Unwissend hat solche Massendiskussionen erlebt: Teilnehmer 1 gibt ein statement ab, dann sprechen Teilnehmer 2 bis 17 über „ihre“ Themen, dann kommt Teilnehmer 18, der sagt, daß das, was Teilnehmer 1 äußerte, völliger Quatsch ist. Dagegen verwahrt sich 1, aber er ist auf der Rednerliste auf Platz 37. Bis er dran ist, haben er (und alle anderen) längst vergessen, worum es eigentlich geht. Und deshalb ist die Idee von Frau Merkel genial; entschieden wird in einem ganz anderen Gremium, an dem nur Frau Merkel und zwei (oder höchstens vier) andere wichtige Leute teilnehmen. Alle anderen sind nur Staffage und dürfen Spesen abrechnen. So geht Demokratie à la Merkel. 60 Leute schlagen Fliegen und Zeit  tot, was den ungeheuren Vorteil hat, daß sie während der Teilnahme an solcher „Mammut-Konferenz“ keinen Unsinn machen, sondern nur (siehe Merkels Mißachtung von Bundestagsabgeordneten) twittern.

Neue Regeln braucht das Land.

Es ist zu befürchten, daß der HSV, der Hamburger Sportverein, die sogenannte Erste Bundesliga verlassen muß. Da hilft auch Geld des berühmtesten Sponsors nicht mehr. Hätte, hätte, Fischbulette. Der Deutsche Fußball-Bund sollte deshalb prüfen, Lex Hamburg, ob man nicht eine Premium-Liga schafft, aus der man nicht ausgeschlossen werden kann – warum auch immer. Ungewöhnliche Idee? Die US-amerikanische Basketball-Liga NBA (gegründet 1946) besteht aus 30 Vereinen, regional aufgeteilt; die Liga kennt keinen Abstieg, jedenfalls solange der Besitzer des Clubs Geld (da redet keiner von der 50 + 1 Regel). Da kann ein Club zwar wegen Erfolglosigkeit auf den letzten Platz landen, aber er bleibt in der Liga. Gut so. Man muß ja auch an die Fans denken. Für die neue deutsche Well, Pardon, Premium-Fußball-Liga würde zwar Bayern München immer der gemeinsame Sieger sein (und im Süd-Teil sowieso), aber der HSV hätte eine Überdauerungschance – und nur darum geht es hier. Vielleicht liegt das stete schlechte Spielen der Hamburger damit zusammensammen, daß Uwe Seeler nicht mehr auf dem Rasen dabei ist. Und außerdem (so wird gesagt) fehlt für die zweite Halbzeit die Puste (Herberger! Herberger!). Andere Gründe fallen dem Zwerg Unwissend nicht ein (der im Zweifelsfall sowieso lieber die Paulaner unterstützt), die aber auch nicht in der Komfortzone spielen.

Beim Echo kann man sich echauffieren.

Es wird dabei immer übersehen, daß der Gebührenzahler hier eine Werbesendung der Schallplattenindustrie erträgt. Es geht hier nicht um Musik, sondern um Kohle. Insofern dürfte die ganze hochgepriesene Veranstaltung schon aus Umweltgründen nicht mehr im deutschen Fernsehen vom Gebührenzahler gesponsert werden: Wir können doch nicht einerseits auf den Abbau der Steinkohle verzichten, aber andererseits die Braunkohle fördern. Aus dem Hintergrund ruft Pu der Bär: „Und was ist mit dem Känguruh?“ „Mein Gott, Pu“, sagt Zwerg Unwissend, „das ist kein Känguruh, sondern ein Bambi.“

Grundsteuer.

Auch Mitte April 2018 konnte man wieder erkennen, warum die Sozis der Spree abwärts folgen. Da sagt doch der Herr Finanzminister Olaf Scholz, vermutlich auch in seiner Funktion als amtierender Parteivorsitzender der SPD, daß das Urteil des Bundes­verfassungs­gerichts (vom 10. April 2018) zur Grundsteuer nicht zu einer Steuererhöhung für den Bürger führen werde. Das ist eine Variante sozialdemokratischer Politik; der Zwerg meint damit eine Politik, die alles zukleistert und Olaf Scholz (da noch in Hamburg), der gemeinsam mit Bayern (da noch mit Horstl Seehofer) vor einiger Zeit eine neue Regelung über die Grundsteuer vereitelte, sich wohl etwas sehr, sehr voreilig und unüberlegt äußerte. Denn es wird unvermeidbar für einige Menschen eine Erhöhung geben müssen, wenn zugleich, zweiter Kernsatz des amtierenden Sozial­demokraten, die Einnahmen der Gemeinden grundsätzlich unverändert bleiben sollen. Da wundern sich die Sozis, daß sie von der CDU abgehängt und von der AfD überholt werden. Da die Sozis in die falsche Richtung rudern, werden sie die Havel nie erreichen. Der geneigte Leser möge sich an die geschichte der SPD erinnern: haben das Frauenwahlreicht eingeführt, wurden aber von den Weibsbildern nicht gewählt, haben das Wahlalter heruntergesetzt, aber die Kinder wählten Grün und nicht den Nato-Doppelbeschluß und die Atomkraftwerke, plädieren für das Wahlrecht von Ausländern, aber die wählen weiterhin Erdogan und dessen Parteigänger. Jetzt versprechen sie das Blaue vom Himmel, doch diese Farbe ist von der AfD besetzt. Zu blöd, die Sozis.

Erneuerung. Erneuerung. Erneuerung.

Die Ober-Sozis haben verkündet, sich erneuern zu wollen. Jubel. Jubel. Jubel. Zwerg Unwissend, der über viele Jahrzehnte „intime“ Einblicke in diese Partei nehmen konnte, glaubt kein Wort von der Erneuerung. Es wird – man erinnere sich an seine Schulzeit – ein „Bauchklatscher“. Ein Beispiel gefällig: Im Koalitionsvertrag der GroKo ist in Sachen Vergiftung in der Landwirtschaft festgelegt: „Wir werden mit einer systematischen Minderungsstrategie den Einsatz von glyphosathaltigen Pflanzenschutzmitteln deutlich einschränken mit dem Ziel, die Anwendung so schnell wie möglich grundsätzlich zu beenden.“ Was macht die Weinkönigin? „Wir müssen Glyphosat überflüssig machen. Verbote haben nicht immer Bestand.“ Am 17. April legt sie einen Gesetzentwurf vor, mit dem der Einsatz von Glyphosat (und ähnliche Gifte) in privaten Gärten, in Naturschutzgebieten und in öffentlichen Parks verboten wird. In der Landwirtschaft und bei der Bundesbahn darf das Gift weiterhin verwendet werden. Jeder weiß, die schlimmsten Verwender von Bienengifte sind die Besitzer privater Gärten – nicht die Landwirtschaft! Zwerg Unwissend wartet jetzt darauf, daß die Sozis diese Entscheidung begrüßen, weil doch im Koalitionsvertrag … siehe