Ein Klarstellung von Kim Jong-un.

Ich sehe mich genötigt, darauf hinzuweisen, daß der Name „Kim“ in Korea so verbreitet ist wie Müller und Schmidt in Deutschland oder der Schweiz, wo ich zur Schule ging. Zu meinen Schwippschwäger gehört kein deutscher Politiker.

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An einem Orte westlich der Elbe,

an dessen Namen ich mich immer noch nicht erinnern will, lebte vor nicht langer Zeit ein Bürger, einer von jenen, die ihren Lebensabend mit einer zureichenden Pension, einem Haus in zweitbester Wohnlage und einem pflegeleichten Garten verbringen. In diesem Ort beschloß 1972 der Gemeinderat, eine neue Straße bauen zu lassen, die zum einen den Durchgangsverkehr in einem Stadtteil mindern sollte und zum zweiten einen etwas abseits gelegenen Ortsteil besser anzubinden. Wie es bei solchen Bauvorhaben wohl üblich ist, wurde weder der Baubeginn noch das Bauende (man denke nur an den Berliner Flughafen)  festgelegt. Der Beschluß geriet mehr oder weniger in Vergessenheit. Plötzlich und für die Bewohner der vor und hinter der geplanten  neuen Straße überraschend, wurde das Bauamt aktiv. Das erinnert an einen früheren SPD-Vorsitzender: „Jetzt geht’s los.“ Kann sein, daß sich jemand für unerledigte Gemeinderatsbeschlüsse interessierte. Dummerweise hatten sich die Bewohner der zu verbindenden Straßen an ihre ruhigen Sackgassen gewöhnt: „Geh zu Fuß durch stille Straßen“. Und außerdem lassen sich die Bürger nicht mehr alles gefallen, was die Obrigkeit zu ihrem (wessen) Wohl beschließt. Sie klagten deshalb gegen die Baumaßnahme, was das Bauamt aber nicht hinderte, den Straßenbau zu beginnen. Doch auf See und vor Gericht ist man in Gottes Hand. Deshalb hatte eine Einstweilige Verfügung gegen den bereits begonnenen Straßenbau Erfolg. Jahrelang zogen sich die gerichtlichen Streitigkeiten hin. Am Ende wurde der beklagten Gemeinde auferlegt, bestimmte Lärmschutzmaßnahmen vorzunehmen, und die zwischenzeitlich wieder zugewachsene Straße konnte fertiggestellt werden. Eine Auflage war eine Geschwindigkeits­beschränkung auf 10 Stunden­­kilometer auf Flüsterasphalt– jeder Jogger und jeder Radfahrer ist schneller (wenn man hier Kontrollen vornehmen würde, wäre der örtliche Schuldenberg ruckzuck abgebaut und das Stadtsäckel mit Goldeuros gefüllt). Dann wurden am Straßenrand auch noch Bäume gepflanzt, die sich zu einer Niedersächsischen Allee (nur auf einer Seite ist Baumbewuchs) hätte entwickeln können. Diese Bäume wuchsen durch Nachlässigkeit oder Unkenntnis der Windverhältnisse des Bauamts (man kann ja nicht alles wissen) etwas schief und wurden das, was man hier im Norden liebevoll Windflüchter nennt. Wer auch immer dafür verantwortlich war – wahrscheinlich wieder niemand: ein Großteil der nur etwa zehn Jahre alten Bäume wurde abgesägt. Nun warten Zwerg Unwissend und der  Bürger dieses Ortes westlich der Elbe, die dort gern spazieren und sich der Bäume erfreu(t)en, wie es weitergeht. Werden neue Bäume gepflanzt oder ist der Etat des Bauamts erschöpft? Haben sich Has‘ und Igel über die schiefen Bäume beschwert? Oder konnte der Deichwolf an diesen Bäumen nicht mehr die Hinterpfote heben?

Der Plumpsack geht um.

Auf unseren Deichen geht der Wolf um. Schaf und Mensch sind äußerst unzufrieden mit der Behandlung des Themas. Zwerg Unwissend will jetzt seine Auffassung zum Wolf mitteilen. Der Wolf findet hier, anders als in seinem Herkunftsland, eine Art gedeckten Tisch vor: auf den Deichen weiden Schafe; Zäune müßten etwa 2 Meter hoch sein, um Wölfe abzuhalten, auf das Schafsweideland zu gelangen; solche hohen Zäune sind auch erforderlich, damit der Schäfer Schadensersatz für einen Wolfverbiß fordern kann, der ihm etwa ein halbes Jahr nach dem Schadenfall bewilligt wird (solange benötigen 7 bis 11 Beamte, um den Vordruck und die Überweisung auszufüllen). Früher, als der Wolf noch jenseits der Oder biß und riß, reichten niedere Zäune, die die Schafe hinderten, davon zu rennen. Für den Wolf sind diese Zäune kein Hindernis. Was Zwerg Unwissend dem Wolf übelnimmt, ist, daß dieser sich nicht mit einem Schaf begnügt, sondern mehrere reißt, die er nur anknabbert – Raider heißt jetzt Twix, sonst ändert sich nix. Es ist also nicht nur der Hunger, der den Wolf antreibt, sondern, ja wirklich, seine Wolfsnatur. Wo kommt der immigrierende Isegrim her? Na? Aus Polen. Er flüchtet vor der Regierungspartei von Kaczyinski, die sich an Umweltschutzauflagen nicht hält, nach Deutschland, wo der europäische Natur- und Wolfsschutz noch etwas gilt. Und außerdem lockt der polnische Wolf mit den an- und totgebissenen Schafen die Geier an, so daß man als Rentner nach langer Wanderung sich nicht auf einer Wiese zur Ruhe betten kann, wenn man nicht Gefahr laufen will, als Aas betrachtet zu werden. Wo kommen die Geier her? Aus Südeuropa, Afrika und Asien. Wer kommt da noch her? Ja, richtig! Also, Polen nimmt keine Flüchtlinge auf, sondern schickt Wölfe, die die Geier anlocken, die in der Herkunftsgegend wegen der schönen Federn gejagt werden. Und diese dort lebenden  Menschen haben wie die Wölfe die Eigenart, gegebenenfalls der Nahrung hinterher zu ziehen. Dann ist noch kritisch anzumerken, daß der polnische Wolf seine Losung irgendwo hinterläßt und nicht wie seine Nachfahren in roten oder blauen Plastikbeuteln entsorgen läßt (und wenn’s im Gebüsch ist, wo der Kunststoff mehrere Jahrzehnte benötigt, bis er verrottet). Eine letzte Bemerkung zum Wolf: Kann man den Wolf, ein kluges Tier, nicht nach Calais leiten, von wo er auf den kürzesten Weg nach Dover schwimmen kann? Wer die Oder durchschwimmt, kann auch den Channel durchqueren. Übrigens: mit dem Wolf auf der Insel würde die leidige Debatte über die Fuchsjagd verschwinden.

Don’t grab the ass.

Bei einem Besuch des US-Präsidenten Trump auf dem Militärstützpunkt Joint Base Andrews in Maryland am 15. September 2017 aus Anlaß des 70. Jahrestags der Gründung der U.S. Air Force spricht seine Frau Melania (FLOTUS) die einführende  Rede; Trump steht etwa 2 Meter neben ihr. Dann kommt der Präsident auf sie zu, gibt ihr die Hand und sagt: „Gute Arbeit. Geh und setz dich.“ Die dabei gezeigten Bilder verleiten Zwerg Unwissend zu der Auffassung: „Always ask before you grabbing the butt.“ (Was der Präsident nicht tat). Auf Twitter kommentiert ein Nutzer namens „Kaos”: „Melania is the most beautiful 1st lady in US history.“ Nutzer „Mike94001” meint „What a speeches by the two Greatest American Heroes in the history of the world, Mr. and Mrs. Donald J. Trump. Both of them read so well. They didn’t mispronounce one word even though she has been in the country for only 21 years. He should be on Mt. Rushmore right now, right this minute. She should be on all our money .“ Weitere (viel, viel bessere oder je nach Sichtweise den Trump-Anhängern bildungsgemäße) Kommentare und die „Proclamation“ von Donald Trump sind zu finden unter „https://www.whitehouse.gov/the-press-office/2017/09/13/president-donald-j-trump-proclaims-september-15-2017-national-powmia?utm_source=facebook&utm_mediumsocial&utm_campaign=wh_20170915_na”. Als Europäer darf Zwerg Unwissend festtellen: grandiose, GANZ GRANDIOSE Kommentare.

Rentenfragen. Noch einmal.

Das alte Griechenland schloß die Alten aus. Wenn das griechische Volk (also nicht die Weiber, die Kinder, die Banausen und die Sklaven – aber sonst jedermann) zum Scherbengericht aufgerufen wurden und „demokratisch“ sein wollte, dann mußten sie auf den Pnyx steigen, an sich die Bezeichnung für den Versammlungsbau; erst später war der Hügel gemeint, auf dem dieser Bau stand. Da gab es ein besonderes Problem, auf dem Perikles und seine Nachfolger aber keine Rücksicht nehmen konnten: die Alten kamen mit ihren Rollatoren nicht den Hügel hinauf. Jetzt versteht Zwerg Unwissend manche Disputation in den etablierten Parteien (immer und nur vor Wahlen), die einerseits die springlebendigen 14jährigen zur Urne rufen wollen, nicht aber die uns liebgewordenen, aber „teuren“, Alten, die die Jugend mit ihren Rentenerhöhungen ausbeuten und sich weigern, bis 70 (die durchschnittliche Lebenserwartung lag bei 40 Jahren) zu arbeiten (wie’s bei Bismarck noch war) – und wie 1890 bis Alter 70 auch Beiträge zahlen (1,7 Prozent); Rente gab’s erst, wenn man 30 Jahre „geklebt“ hatte. Ein damaliger Arbeiter, der im Jahr zwischen 550 und 850 Mark verdiente, bekam eine jährliche Rente von 162 Mark aus dieser Rentenversicherung; das ist ein Rentenniveau zwischen 20 und 30 Prozent (dabei sagen „deutschlinke“ Parteien, 43 Prozent seien unterhalb der sog. Armutsgrenze). Ich vermute, daß die privaten Versicherungen und Walter Riester es begrüßen würden, wenn die gesetzliche Rente auf dieses bismarcksche Niveau sinken würde. Zwerg Unwissend erinnert sich an Konrad Adenauer, der 1957 wegen der Besorgnis um die  Finanzierung „seiner“ Rente im Umlageverfahren meinte, Kinder werden immer geboren, weil – um die AfD zu zitieren – wegen des Kindermachenspaß‘. In der Vergangenheit wurden jeweils vor Bundestagswahlen (alle vier Jahre!) Renten­verbesserungen beschlossen. Nun ist geplant, daß nur noch alle fünf Jahre  der Bundestag neu gewählt werden soll. Das bedeutet auch, daß die Rentenverbesserungen entsprechend selten erfolgen. Zwerg Unwissend stellt sich auf seine eigene Verarmung ein.

Rente 2030. Geht mir am selbigen vorbei.

Wahlkampf. Alle schwätzen von der Rente. Vom Rentenniveau. Vom Beitragssatz. Und alles wird ganz schlimm. Wahlkampf, in dem über die Rente nach 2030 geschwätzt wird. Nicht für die Rente nächstes Jahr. Nein – Rente nach 2030. Zwerg Unwissend versteht das nicht. Weil. Erstens: der Geier und selbst der Bundesadler wissen nicht, was 2030 sein wird und zweitens: erinnern Sie sich an die Prognose aus dem vorvergangenen Jahrzehnt, in der es hieß, daß jetzt in den Innenstädten massenhaft Parkplätze vorhanden sein werden, weil die Bevölkerung in Deutschland auf 60 Millionen sinken wird. Ganz sicher war diese Prognose. Das war die Zeit, als über die „Reproduktionsrate“ der deutschen Frau gesprochen wurde (sollte 2,1 sein). Sie erinnern sich? So viel über Prognosen, die die Zukunft betreffen (sind immer unsicher, gell?). „Dummerweise“ nimmt die Anzahl der Raucher ab. Die jungen Leute rauchen überhaupt nicht mehr oder deutlich weniger. Als Ausgleich werden sie gesundheitsbewußter und leben deshalb länger. Das gilt insbesondere für die Kinder der sogenannten Baby-Boomer. Unsoziale Leute. So macht sich „community pressure“ bemerkbar. Und da reden die alten Männer im Bundestag (und Mutti) (2030 alle nicht mehr aktiv – hoffentlich, ausgenommen Frau Merkel!), über die zukünftige Rentensituation. Schwätzer aller Parteien vereinigt euch! Wenn diese Politiker ein wenig, nicht viel, Mut hätten, dann würden sie die Leute (uns) erst verrückt machen, wenn sie wissen, wie die Situation unmittelbar vor 2030 ist; erst 2028 können sie die 2030er Jahre konkret(er) einschätzen. Und dann werden hoffentlich Entscheidungen getroffen, die auch berücksichtigen, daß das deutsche Rentensystem vielleicht eine ganz andere Finanzierung benötigt. Nach etwa 10 Jahren als Rentner sind die von diesem Rentner eingezahlten Beiträge „verbraucht“, zurückgezahlt. Das kann auch nicht funktionieren, wenn das Renteneintrittsalter auf 70 Jahre hinaufgesetzt wird und damit 3 weiteren Einzahljahren 6 weitere Lebensjahre gegenüberstehen: „It’s a simple arithmetic table, stupid“. Und zum Schluß ein Logik-Zitat meines Lieblings-Vulkaniers Spock: „Die Rentendiskussion ist ein kleiner zwitschernder Vogel, der in der Wiese zirpt. Die Rentendiskussion ist aber auch ein Kranz von duftenden Rosen, der ziemlich übel stinkt.“

Fußball von Borussen und Weibern.

Ich bin kein Fußball-Fan. Vor etwa 30 Jahren war ich letztmalig in einem Fußballstadion. Doch sehe ich mir nicht ungern (manchmal auch mangels vernünftiger Alternative) Fußballspiele im Fernsehen an. Diese Woche hatte ich zwei Fußball-Abende, pardon, nicht Abende: das Auftaktspiel der Weltmeisterschaft der Frauen fand natürlich nicht abends statt, sondern am Nachmittag, weil die Spielerinnen abends am familiären Herd sein müssen. Also ein Spiel am Abend, das der Kerle, und eins nachmittags. Nicht nur tageszeitmäßig ein Unterschied. Das Spiel der Frauen („Damen“ gibt’s nur bei Hockey und beim Pferdeschinden) war mit Längen, wirklich mit Längen, besser, spielerischer (und erfolgreicher) als das der Borussen gegen Tottenham und auch vieler anderer Spiele von Männerfußball. Also, nicht nur gleichrangig, sondern auf hohem Niveau. Zwerg Unwissend ärgert sich immer wieder und immer noch über die Mißachtung des Damenfußballs und insbesondere der Leistungen der Nationalmannschaft unserer Damen. „Frauenfußball“ ist nicht mehr eine Sportart der Unterschichten – das müßte auch einmal der Deutsche Fußballbund begreifen. Wird er aber nicht (Zwer Unwissend pflegt auch seine Vorurteile). Das Spiel mit dem Ball nach Art der Männer galt bis in die 1960er Jahre als für Frauen moralisch verwerflich; so beschwerte sich der Deutsche Turnbund in den 1920er Jahren über in kurzen Hosen spielende Studentinnen der Deutschen Studentenvereinigung (DSV), solcherlei Auftreten sei „künftigen deutschen Akademikerinnen unangemessen“. So alt ist die Einstufung von Frauenfußball als Unterschicht*innen-Ballsport. Zur Erinnerung: Noch 1950 wurde das offizielle Spielen von Frauen mit dem Fußball vom Deutschen Fußballbund verboten und erst 1970 wieder zugelassen. Willy Brandt und seine sozialliberale Koalition haben also nicht nur dazu beigetragen, das Scheidungsrecht zu reformieren, den Versorgungsausgleich für Scheidungswillige einzuführen, sondern auch den Frauenfußball gefördert (daß unter Brandt auch die Anzahl der Frauen stieg, die mittels Führerschein und Kleinauto die Straßen unsicher machen, verzeiht ihm Zwerg Unwissend). PS: Borussia verlor Drei zu Eins gegen Tottenham, Deutschland gewann Sechs (+1) zu Null gegen Slowenien.

Da braucht man keine große Phantasie.

Stellen Sie sich vor: bei den nächsten Wahlen in den USA (midterm elections) im November 2018 verlieren die Republikaner die Mehrheit im Senat (ein Drittel der Senatoren wird neu gewählt, die Mehrheit ist knapp, nicht alle lieben Trump) und im Repräsentantenhaus werden alle Mitglieder neugewählt. Und Trump ist immer noch da und hat aufgrund seiner erratischen Politik dieses Desaster zu verantworten. Das Budget für das kommende Haushaltsjahr wurde auch nicht verabschiedet, so daß es im Dezember 2017 zu einem dann folgenden mehr­monatigen „Government Shutdown“ (eine allgemeine Haushaltssperre) kommen wird. Die Veteranen können nicht mehr in den Zoo und Schulkinder auch nicht. Rien ne va plus – wie wir in Louisiana sagen. Selbst der Ku-Klux-Klan in weißer und die amerikanischen Nazis in brauner Kluft sind verärgert: die Mehrheit für den POTUS kann unter diesen Umständen also kippen – ist ja jetzt schon schwer genug, Freunde im BÖSEN, BÖSEN Washingtoner Establishment zu finden. Und im Repräsentantenhaus hatte die jeweilige Präsidentenpartei in der Vergangen­heit auch schon einmal einen größeren Stimmen­vorsprung, so daß man einige Sitze verlieren konnte – ohne die Mehrheit zu gefährden. Doch unter Trump? Kann also auch kippen und enger für die Republikaner werden. Mit der Beendigung des „Dreamer“-Programms müßten übrigens auch die Einwanderer aus Kuba und ihre Nachfahren begreifen, daß Trump und seine Leute nicht ihre Leute sind. Wir werden es erleben. Anders als in Deutschland sind die Member of Congress nicht so eng parteipolitisch gebunden (wie zum Beispiel Frau Twesten, die nach ihrem Wechsel zur CDU mit denen gegen ihr eigenes Gesetz stimmt – weil’s Herr Althusmann so will). Und in dieser Situation beginnen die Primaries und die ersten Kandidaten stehen vor der Urne. Jetzt kommt die Phantasie ins Spiel: Trump entscheidet sich (kann ja trotzdem Golf spielen wie er soll), erneut zu kandidieren, mobilisiert sich eine elefantöse Mehrheit auf dem Republican National Convention und wird abermals nominiert. Nur Unruhe gebracht, fast nix geschafft, aber wiedergewählt. Auch da kommt Freude in Europa auf.

Kürzlich beim Arzt.

Zwerg Unwissend hat sicherlich schon einmal darauf hingewiesen, daß er Rentner ist. Als Rentner, das weiß jeder Rentner, ist man terminlich stark beansprucht, weil: man sitzt immerzu bei irgendeinem Arzt im Wartezimmer. Ist so, glauben Sie mir. Ich sitze also wieder einmal in einem Wartezimmer. Tür geht auf, es tritt herein ein mir bekanntes Gemeinderatsmitglied (ich schäme mich etwas über diese Bekanntschaft) von der „Schande für Deutschland“, auch und zuweilen als AfD firmierend. Gut, auch solche Leute müssen einmal zum Arzt. Ich fand befremdlich; daß das Parteimitglied der AfD denselben Arzt aufsucht, dem auch ich mein Vertrauen schenke (damit kein Mißverständnis bleibt: der Arzt ist weder Psychiater noch Psychologe oder Geisterheiler). Zwerg Unwissend hat vermutlich schon erwähnt, daß wir Menschen alle dieselbe Stammutter haben – nein, nein, nicht Eva aus dem Paradies im Irak, sondern Lucy, (benannt nach „Lucy in the sky with diamonds“), die vor etwa 3,2 Millionen Jahre im Afar-Dreieck in Äthiopien ihr kurzes Leben führte und die eine unserer ältesten Ahnen ist. Damit ist gemeint: wir alle stammen von diesem „Australopithecus africanus“ ab (der Vater ist noch unbekannt!). Zwerg Unwissend und seine überschaubaren Vorfahren haben immer in irgendeiner Art von Deutschland gelebt; die Vorfahren meines Arztes haben zwischen­zeitlich – also zwischen der Auswanderung aus Ostafrika und dem heutigen Wohnsitz  – außerhalb Deutschlands gelebt. Und zu solch einem Arzt geht der AfD-Mann! Wo doch nach AfD-Diktion alle Ausländer ganz schlimm, ganz schlimm, sind. Das ist ein verlogenes Pack! Propagieren, die Ausländer müßten Deutschland verlassen, weil sie ihre deutschen Kinder selber machen würden und gehen dann zu einem Arzt ohne deutsche Wurzeln. Pfui Deibel.

Empörung pur ist angesagt.

Barack Obama hatte im Juni 2012 per Präsidenten-Erlaß den Kindern illegal eingewanderter Ausländer (zumeist aus südlicheren Gefilden) einen Rechtsstatus eingeräumt, der ihnen einen legalen Aufenthalt usw. in den USA ermöglichte. Das Programm hieß „Deferred Action for Childhood Arrivals“ (DACA) und im Volksmund „Dreamer“, weil alle von einem besseren Leben in den USA statt in ihrem Herkunftsland träumten. Dieses Programm hat Trump, gleichfalls mit Präsidenten-Erlaß, aufgehoben. Der US-Justizminister Jeff Sessions erklärte bei einer Pressekonferenz, daß Obama mit der Einführung des DACA-Programms seine Kompetenzen überschritten und gegen die Verfassung verstoßen habe. Nicht nur die Einwanderer und ihre Kinder in den USA sind empört, auch die Gutmenschen in Deutschland empören sich. Dabei, dabei vergessen sie, daß in Deutschland auch eine Anti-Dreamer-Politik betrieben wird. Oder, fragt Zwerg Unwissend: Wie erklärt man die Abschiebung der in Deutschland geborenen Duisburger Schülerin Bivsi Rana nach Nepal, nur weil ihr Vater bei der Einreise falsche Angaben machte. Rechtlich ist alles korrekt verlaufen. Rechtlich korrekt ist auch der Ablauf ihrer Wiedereinreise mit Eltern, so daß sie ihren Schulbesuch beenden und mit einem Folgeantrag eventuell auch studieren kann. Doch, nicht vergessen: wenn sie volljährig wird, müssen ihre Eltern Deutschland verlassen. Nach mehr als 18 Jahren. Rechtlich korrekte Beendigung des deutschen  Dreamer-Programms. Zwerg Unwissend will kein Gutmensch sein. Doch er findet das schlampige Arbeiten der deutschen Verwaltung hinsichtlich des Aufenthaltsstatus der Eltern schlimm, ganz schlimm. Mindestens 15 Jahre hat die Verwaltung nichts getan – warum? In der Kurzfassung: Deutsches Beamtentum. Ex-Bundeskanzler Schröder hat leider nur einen Teil der deutschen Beamtenschaft als „faule Säcke“ bezeichnet; der Kreis der „faulen Säcke“ umfaßt nicht nur die Lehrer. Und deshalb sollten Eltern und Schülerin bleiben dürfen und – für den Fall, daß später irgendwelche Kosten anfallen – beim nachlässigen Beamten direkt durch Kürzung seiner Alimente erstatten zu lassen.